Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 15 ° Regen

Navigation:
Sigmar Gabriel greift die Deutsche Bank an

Frankfurt Sigmar Gabriel greift die Deutsche Bank an

Vizekanzler: Spekulantentum ist Geschäftsmodell / Union rügt Schelte des Wirtschaftsministers

Voriger Artikel
DAX: Schlusskurse im Späthandel am 4.10.2016 um 20:30 Uhr
Nächster Artikel
Bundesregierung stellt Weichen für Ceta-Unterzeichnung

Frankfurt. Die Deutsche Bank steht unter Druck. Ihr droht in den USA im Streit um windige Immobiliengeschäfte eine Strafe von 14 Milliarden Dollar. Die Finanzmärkte sind nervös ob der Milliardenforderungen, nicht wenige Akteure fürchten eine neue Bankenkrise. Die Nachrichtenagentur AFP hat zwar berichtet, dass das Bußgeld auf 5,4 Milliarden Dollar reduziert werden soll und beruft sich auf Informationen aus Verhandlungskreisen. Es wird dennoch eng für Deutschlands größtes Finanzinstitut.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat in dieser Situation die angeschlagene Deutsche Bank scharf angegriffen. „Ich wusste nicht, ob ich lachen oder wütend sein soll, dass die Bank, die das Spekulantentum zum Geschäftsmodell gemacht hat, sich jetzt zum Opfer von Spekulanten erklärt“, sagte der SPD-Chef und Vizekanzler während seiner Reise in den Iran. Die jetzigen Schwierigkeiten der Bank nannte Gabriel „das Ergebnis verantwortungsloser Manager“, die „Wahnsinn betrieben“ hätten. „Ich mache mir Sorgen um die Menschen, die bei der Deutschen Bank beschäftigt sind.“ Gabriel gab die Aussagen, die in einem Hintergrundgespräch fielen, ausdrücklich zur Veröffentlichung frei.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan hatte Spekulanten für den Absturz des Börsenkurses verantwortlich gemacht. Sie wollten das Vertrauen in das Institut schwächen. Die Folgen der Niedrigzinsen und die immer strengeren Regeln der Aufsichtsbehörden lasten schwer auf den Geschäften des Instituts. Immer neue Spekulationen um Kapitallücken und mögliche Staatshilfen haben die Aktien in den vergangenen Wochen auf Talfahrt geschickt. Allein seit Jahresbeginn hat die Aktie knapp 50 Prozent an Wert verloren und ist damit der schlechteste Dax-Wert. Gestern erholten sich die Aktien etwas.

Die Union rügte Sigmar Gabriel für seine Schelte der angeschlagenen Bank. Der Obmann der Unions-Fraktion im Finanzausschuss des Bundestages, Hans Michelbach, wies Gabriels Äußerungen als „ziemlich kontraproduktiv“ zurück. „Als deutscher Wirtschaftsminister hat man die Aufgabe, den deutschen Wirtschaftsstandort zu fördern und nicht einzelne Marktteilnehmer schlechtzureden“, sagte der CSU-Politiker dem „Handelsblatt“. Deutschland brauche die Deutsche Bank, um als Exportnation seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gerecht zu werden. Ähnlich äußerten sich andere Unionspolitiker.

OZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel

Der Band-Leader kommt mit seinen Musikern in die Hansestadt – und wird eine Hommage an Udo Jürgens spielen / Zu Hause kümmert er sich um Vögel – auch aus Rostock

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.