Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 3 ° stark bewölkt

Navigation:
Sinkende Energiepreise drücken Inflation auf Null

Wiesbaden Sinkende Energiepreise drücken Inflation auf Null

Die Verbraucherpreise in Deutschland steigen momentan nicht mehr. Das stimmt aber nur, wenn man wie die EZB auf den Durchschnitt schaut. Verantwortlich für den Preisverfall sind vor allem die Energiepreise.

Wiesbaden. Der Ölpreisverfall hat die Inflation in Deutschland im Februar wieder auf Null gedrückt. Der Verbraucherpreisindex stagnierte auf dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit erste Schätzungen und scheint den Deflationsängsten der Europäischen Zentralbank Futter zu geben. Die Währungshüter hatten am Donnerstag nicht nur die Leitzinsen weiter abgesenkt, sondern auch ihre Erwartungen zur Entwicklung der Preise und der Wirtschaftskraft im Euroraum deutlich nach unten gesetzt.

Die Notenbank beobachtet die Preisentwicklung schon seit längerem mit Sorge. Sie strebt für den Euroraum mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten die Konjunktur abwürgen, weil Verbraucher und Unternehmen in Erwartung weiter sinkender Preise Anschaffungen aufschieben.

Im Euroraum war für den Februar erstmals seit einem halben Jahr wieder eine negative Teuerung von -0,2 Prozent registriert worden. Trotz der von ihr selbst in Gang gesetzten Geldschwemme erwartet die EZB in Jahresschnitt nun einen deutlich schwächeren Preisauftrieb als zuletzt. Die Notenbank senkte am Donnerstag ihre Inflationsprognose für das laufende Jahr drastisch auf 0,1 Prozent (bisher 1,0 Prozent). Für 2017 sagen die Währungshüter nun einen Anstieg der Verbraucherpreise um 1,3 Prozent (bisher: 1,6 Prozent) voraus. Erstmals gaben die Währungshüter auch eine Prognose für 2018 ab: Sie rechnen mit einer Teuerung von 1,6 Prozent.

In der wichtigsten Euro-Volkswirtschaft Deutschland waren im Februar vor allem leichtes Heizöl (minus 33,6 Prozent) und Kraftstoffe (minus 11,0 Prozent) billiger als vor einem Jahr. Im Januar hatte die jährliche Teuerungsrate noch bei 0,5 Prozent gelegen, im Dezember bei 0,3 Prozent. Auf Jahressicht stagnierende Preise für Waren und Dienstleistungen hatte es in Deutschland zuletzt im September vergangenen Jahres gegeben.

Wegen des hohen Gewichts der Energiekosten im Warenkorb besteht nach Ansicht von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann kein Anlass zur Schwarzmalerei. Er halte gerade in der ersten Jahreshälfte „vorübergehend auch wieder Inflationsraten unter Null“ für denkbar, hatte Weidmann in dieser Woche gesagt. Hauptgrund für die niedrige Teuerung bleibe aber der niedrige Ölpreis. „Alles in allem sind die wirtschaftlichen Aussichten des Euroraums weiter nach oben gerichtet“, hatte Weidmann erklärt.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.