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Wirtschaft Solarworld produziert nach Insolvenzanträgen vorerst weiter
Nachrichten Wirtschaft Solarworld produziert nach Insolvenzanträgen vorerst weiter
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15:12 16.05.2017
Am Thüringer Produktionsstandort Arnstadt wird vorläufig weiterproduziert. Quelle: Arifoto Ug/michael Reichel
Bonn

Deutschlands größter Solarhersteller Solarworld produziert nach den Insolvenzanträgen der vergangenen Woche mit einem Großteil seiner Kapazität vorerst weiter.

Das gelte für das Werk in Arnstadt (Thüringen) und für den größten Teil des Werkes in Freiberg (Sachsen), sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Horst Piepenburg der Deutschen Presse-Agentur. Auch in der Bonner Solarworld-Zentrale werde gearbeitet.

Piepenburg sei im Moment dabei, sich ein Bild vom Unternehmen zu machen. Dazu sei er am Montag zu Gesprächen mit Betriebsrat und Management in Arnstadt gewesen, am Dienstag in Freiberg, sagte der Sprecher. Die Stimmung bei den Gesprächen sei „gefasst“.

In Freiberg ruhe die Zellproduktion, weil Lieferanten Rohstoffe künftig nur noch gegen Vorkasse lieferten. Die Konditionen müssten noch abgesprochen werden. Dies sei aber ein normaler Vorgang nach Insolvenzanträgen. Der Rest des Werkes laufe. „Die Fortführung ist zentral für den Erhalt der Substanz“, betonte der Sprecher.

Solarworld hatte vergangene Woche Insolvenz für die Konzernmutter und die deutschen Töchter angemeldet. Das Unternehmen macht für sein Scheitern vor allem Dumping-Angebote aus China verantwortlich, die den Marktpreis weltweit in den Keller gedrückt hätten.

Solarworld beschäftigt nach den jüngsten Zahlen des vorläufigen Insolvenzverwalters rund 3000 Menschen, davon rund 2300 in Bonn, Freiberg und Arnstadt. Die knapp 300 Leiharbeiter im Unternehmen seien nach den Insolvenzanträgen nicht mehr erschienen. Sie haben keinen Anspruch auf das dreimonatige Insolvenzgeld, das der Stammbelegschaft zusteht.

Der 63-Jährige Anwalt Piepenburg gilt als erfahrener Sanierer. So schaffte er es 2002 beim insolventen Oberhausener Babcock-Konzern, die Mehrzahl der rund 21 000 Jobs zu retten.

dpa

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