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Sommerhoch am Bau: Volle Auftragsbücher und mehr Umsatz

Wiesbaden Sommerhoch am Bau: Volle Auftragsbücher und mehr Umsatz

Baugeld ist billig, die Arbeitslosigkeit niedrig, Hunderttausende Flüchtlinge müssen untergebracht werden. Die Baubranche boomt, und der Optimismus wächst.

Wiesbaden. Der Immobilienboom in Zeiten extrem niedriger Zinsen füllt die Kassen und Auftragsbücher der Baubranche. Der Umsatz im Bauhauptgewerbe stieg im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nominal um 8,3 Prozent auf 29,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.

Die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Der Bestand reiche für dreieinhalb Monate, das sei der höchste gesamtdeutsche Wert, erklärte der Bauindustrieverband: „Die Branche befindet sich im Sommerhoch.“

Besonders gut lief es im Wohnungsbau. Die Betriebe meldeten im ersten Halbjahr ein Orderplus von 21,3 Prozent und eine Umsatzsteigerung von 16,8 Prozent. Immobilienkredite sind derzeit dank der Niedrigzinsen historisch günstig. Zugleich flüchten Anleger wegen der Flaute auf dem Sparbuch in Betongold.

Auch im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Bau verbesserten sich Auftragseingang und Umsatz im ersten Halbjahr. Unter anderem mache sich die gestiegene Nachfrage nach Flüchtlingsunterkünften im öffentlichen Hochbau bemerkbar, erklärte der Bauindustrieverband.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gingen in den Betrieben mit 20 Mitarbeitern und mehr in den ersten sechs Monaten nominal 18,1 Prozent mehr Aufträge ein als im Vorjahr. Bereinigt um die Inflation und die unterschiedliche Zahl der Arbeitstage verzeichneten sie ein Orderplus von 16,0 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich bis Ende Juni um 2,4 Prozent auf 422 427 Mitarbeiter.

Der Auftragsrückgang von 1,8 Prozent im Juni gegenüber dem Vormonat ist aus Sicht der Branche kein Ausdruck einer schwachen Baukonjunktur, sondern eine Reaktion auf das mittlerweile hohe Niveau der Auftragseingänge.

Für das Gesamtjahr rechnet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie weiterhin mit einem Umsatzplus der Branche von 3,5 Prozent. 90 Prozent der Unternehmen erwarteten in den kommenden sechs Monaten eine günstigere oder zumindest gleichbleibende - und somit gute - Geschäftslage.

dpa

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