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Später Erntestart: Mit einer Woche Verzug geht‘s in die Gerste

Neubrandenburg Später Erntestart: Mit einer Woche Verzug geht‘s in die Gerste

Noch ist der Zeitverlust für die Landwirte aber kein Problem, meint der Landesbauernverband. Erst wenn Raps und Weizen reif sind, kann es eng werden.

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Martin Piehl (50), Landesbauernverband

Quelle: Dietmar Lilienthal

Neubrandenburg. Die Zeit ist heran: Um den 15. Juli herum rollen die ersten Mähdrescher in die Gerste — so will es die langjährige Statistik. „Probiert wird es jetzt überall“, weiß Martin Piehl , Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes in Neubrandenburg. Trotzdem beginnt die Ernte verhalten. „Schläge mit frühen Sorten sind zwar reif“, sagt Piehl. An vielen Stellen sei das Korn aber noch recht naß. So mancher Mähdrescher drehte schon seine Runde für den Probedrusch, viele Landwirte warteten dann aber doch noch ab. „Der Erntebeginn liegt etwa eine Woche hinter dem des Vorjahres zurück“, teilte gestern auch Agrarminister Till Backhaus (SPD) mit. In trockenen Jahren beginnt die Getreideernte oft schon Ende Juni.

Zu den Bauern, die bereits richtig loslegten, gehört Reinhard Kurowski in Kemnitzerhagen (Vorpommern-Greifswald). Auf seinen gut 100 Hektar Wintergerste läuft es optimal. „Wir haben ideales Erntewetter, die Gerste hat eine gute Qualität, der Ertrag stimmt“, sagt der 52-Jährige zufrieden.

Am weitesten sind die Bauern laut Schweriner Agrarministerium im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Dort sind etwa 15 Prozent der Wintergerste vom Halm. Auch auf Rügen sowie in den Landkreisen Rostock und Vorpommern-Greifswald sei der Anfang gemacht.

In Ziesendorf bei Rostock musste Landwirt Detlev Elgeti (58) gestern mehrmals Anlauf nehmen: Erst am späten Nachmittag war das Korn trocken genug fürs Dreschen. Immerhin hat der Betrieb schon mehr als 240 Tonnen Wintergerste vom Feld geholt.

Insgesamt liegt das aktuelle Erntegeschehen „im Rahmen der normalen jährlichen Schwankungen“, meint Bauernverbandschef Piehl. Der Zeitverzug sei kein Problem. „Noch drängt ja nichts“, meint er.

Wintergerste wächst im Land auf etwa 122 600 Hektar. Das sei ein „überschaubarer Umfang“ und — wenn es nicht regnet — gut zu schaffen. Die großen Brocken stehen erst Ende Juli und Anfang August an. Dann dürften Raps und Weizen reif sein, die zusammen fünfmal so viel Fläche belegen wie die Erntestart-Kultur Wintergerste. Zuletzt kommt das Sommergetreide wie der Hafer vom Feld.

Den Rückstand aus dem späten Frühjahr hatten die Kulturen bereits im Mai „ganz gut aufgeholt“, hieß es im Agrarministerium. Hinzu kamen ausreichend Niederschläge im Mai und Juni. Alle Ackerkulturen hätten sich gut entwickelt. Neben dem Getreide stehe auch der Raps gut, ebenso Kartoffeln und Zuckerrüben.

Das lässt auf eine gute Ernte hoffen. Zu konkreten Erträgen will sich der Bauernverband aber noch nicht äußern. Verlässliche Aussagen könnten erst Mitte nächster Woche getroffen werden. „Am kommenden Dienstag fragen wir in den Kreisen das erste Mal die Erträge ab“, informierte Piehl.

Minister Backhaus appellierte an die Landwirte, während der Getreideernte auch auf den Brandschutz zu achten. Bei anhaltender Trockenheit steigt die Gefahr von Feldbränden.

Mehr Wintergerste als 2012

122 600 Hektar Wintergerste werden in MV in den nächsten Tagen abgeerntet. Die Anbaufläche für diese zumeist als Viehfutter genutzte Getreideart ist 6 Prozent größer als 2012. Auf 5200 Hektar kommt Sommergerste hinzu, die zur Bierherstellung als Braugerste gebraucht wird (im Jahr 2012: 11 100 Hektar).


Insgesamt wächst auf 557 300 Hektar Getreide. Die stärkste Kultur ist der Winterweizen auf 316 900 Hektar. Raps gedeiht auf 250 000 Hektar.

Quelle: Statistisches Landesamt M-V

 

Elke Ehlers

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Schwerin
Landwirt Detlev Elgeti (58) aus Ziesendorf bei Rostock freut sich, dass die Ernte jetzt begonnen hat.

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim konnten bereits 15 Prozent der Wintergerste eingefahren – im Osten von MV beginnt die Ernte jetzt.

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