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Spanien rutscht überraschend in die Deflation

Madrid Spanien rutscht überraschend in die Deflation

In Spanien sind die Verbraucherpreise im März überraschend gefallen. Das hat in der Eurozone Ängste vor einer Deflation mit einer länger andauernden Abwärtsspirale bei den Preisen geschürt.

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Spanien überraschend in eine Deflation gerutscht. Jetzt steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB die Geldschleusen weiter öffnet. Foto: Patrick Pleul

Madrid. In Spanien sind die Verbraucherpreise im März überraschend gefallen. Das hat in der Eurozone Ängste vor einer Deflation mit einer länger andauernden Abwärtsspirale bei den Preisen geschürt.

Wie aus einer ersten Schätzung der nationalen Statistikbehörde (INE) hervorgeht, sanken die Verbraucherpreise im März im Vergleich zum März des Vorjahres um 0,2 Prozent. Die für europäische Vergleichszwecke harmonisierte Teuerungsrate fiel damit erstmals seit Oktober 2009 unter null.

Die Wahrscheinlichkeit weiterer geldpolitischer Maßnahmen, mit denen sich die Europäische Zentralbank (EZB) gegen die Gefahren eines breiten Preisverfalls im Währungsgebiet stemmen könnte, ist damit laut Experten gestiegen. Die Aussicht auf mögliche Zinssenkungen ließ den Eurokurs deutlich fallen.

Spanien kämpft schon lange mit einem ungewöhnlich niedrigen Preisauftrieb. Im Februar hatte die für europäische Vergleichszwecke harmonisierte Teuerungsrate mit plus 0,1 Prozent nur knapp über der Nulllinie gelegen. Seit September 2013 liegt die Inflation in der viertgrößten Euro-Volkswirtschaft bei 0,5 Prozent oder tiefer.

Die Madrider Regierung gab am Freitag bekannt, dass Spanien bei der Eingrenzung der Neuverschuldung sein Defizitziel 2013 nach vorläufigen Berechnungen knapp verfehlt hat. Das staatliche Haushaltsdefizit habe im vorigen Jahr 6,62 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen, teilte Finanzminister Cristóbal Montoro mit.

Madrid hatte sich bei der EU-Kommission dazu verpflichtet, das Defizit auf höchstens 6,5 Prozent zu reduzieren. Allerdings äußerte der Minister sich zuversichtlich, dass bei genaueren Berechnungen im September der Defizitwert nach unten korrigiert werde.

Die schwachen Preisdaten aus Spanien geben der Diskussion um eine drohende Deflation im Euroraum einen neuen Auftrieb. Unter Deflation verstehen Ökonomen einen Preisverfall auf breiter Front, der Investitionen und Konsum ausbremst. Verbraucher und Unternehmen könnten in Erwartung weiter sinkender Preise Ausgaben aufschieben und so die Konjunktur abwürgen.

Der Devisenmarkt spekuliert bereits auf eine weitere geldpolitische Lockerung, mit der die EZB diese Deflationsrisiken bekämpfen könnte. Der Euro geriet kräftig unter Druck und fiel zwischenzeitlich um fast einen halben Cent bis auf ein Tagestief von 1,3706 US-Dollar. Zuletzt stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3715 Dollar.

Am nächsten Donnerstag werden die Währungshüter ihren Zinsentscheid bekanntgeben. Sie müssen ihr Inflationsziel von knapp zwei Prozent im Euroraum verteidigen, sowohl nach unten wie nach oben. Notenbankchef Mario Draghi und seine Kollegen haben oft betont, dass sie einen weiteren Preisverfall kritisch beobachten und notfalls einschreiten werden. In der Eurozone lag die Inflationsrate im Februar bei 0,7 Prozent, also deutlich niedriger als von der EZB erwünscht.



dpa

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