Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Staatliche Lotterie-Anbieter geraten zunehmend unter Druck
Nachrichten Wirtschaft Staatliche Lotterie-Anbieter geraten zunehmend unter Druck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:57 25.04.2018
Vor allem im Spiel „6 aus 49“ haben die Anbieter mit Verlusten zu kämpfen. Quelle: Frank May
Anzeige
Berlin

Die staatlichen Lotterieanbieter sind auf dem deutschen Glücksspielmarkt weiter unter Druck geraten. In einem wachsenden Gesamtmarkt verlor das Lotterie-Segment seit 2016 rund drei Prozent seiner Erträge, vor allem aufgrund von Verlusten im wichtigsten Spiel „6 aus 49“.

Zu diesen Ergebnissen kommt das Beratungsunternehmen Goldmedia in einer aktuellen Untersuchung. Kernerkenntnisse liegen der Deutschen Presse-Agentur vor.

Genaue Zahlen zum Volumen der Erträge im Lotterie-Segment wurden nicht genannt. Staatliche Lotterien würden im Internet aber durch unregulierte „Zweit-Lotterien“ von EU-Wettanbietern aus Malta und Gibraltar stark unter Druck gesetzt, heißt es.

Insgesamt ist der deutsche Glücksspielmarkt laut der Studie weiter auf Wachstumskurs. Im Jahr 2017 wurde mit Glücksspielen - also Lotterien, Wetten, Spielautomaten und Spielcasinos - ein Brutto-Spielertrag von 13,5 Milliarden Euro erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies ein Plus von 300 Millionen Euro, gegenüber dem Jahr 2015 sogar ein Plus von einer Milliarde Euro. Der Glücksspielmarkt profitiere von der starken Konjunktur, schreiben die Experten. Auch sei die Regulierung nach wie vor ungenügend.

Die Bundesländer ringen indes seit langem um eine Reform der Kontrolle über den Glücksspielmarkt. Es geht um einen neuen Glücksspielstaatsvertrag. Knackpunkt bei den Verhandlungen ist die Zukunft des staatlichen Lottomonopols und eine Regulierung des boomenden Glücksspiels im Internet. Die oft aus anderen EU-Ländern kommenden Sportwettenanbieter agieren in einem Graubereich: Sie unterliegen zwar keiner deutschen Regulierung, werden aber geduldet und dürfen ihre Dienstleistungen anbieten.

Im Wettsegment gibt es laut der Branchenstudie massive Zuwächse. Die Brutto-Spielerträge - das ist der Spieleinsatz abzüglich Auszahlungen - von mehr als 90 kommerziellen Anbietern stiegen um 17 Prozent. Dieser Trend werde sich fortsetzen, heißt es: Großereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland sorgten für steigende Spieleinsätze bei den Wettanbietern.

Das weiter ertragsstärkste Glücksspielsegment seien Geldspiel-Automaten mit rund 7 Milliarden Euro Brutto-Spielerträgen. In dem Bereich stünden aber größere Umbrüche an. Grund sind Mindestabstandsregelungen zwischen Spielhallen. Dies könne mittelfristig zu einer deutlichen Reduzierung der Standorte in Kommunen führen. Zwar gebe es viele Gerichtsverfahren, um die Einschränkungen zu verhindern. Das starke Wachstum der Vorjahre sei jedoch vorerst gebremst.

dpa

Mehr zum Thema

Die SPD-Führung hatte sich ein Aufbruchsignal vom Parteitag in Wiesbaden erhofft. Das bleibt aus. Andrea Nahles muss bei ihrer historischen Wahl zur SPD-Vorsitzenden eine schwere Schlappe hinnehmen. Eine eindringliche Warnung hat Vorgänger Martin Schulz.

27.04.2018

Nur 66 Prozent: Schlechter hätte der Start für Andrea Nahles als erste Frau an der Spitze der SPD kaum laufen können. Ihre Wahl wird zum Ventil für Ärger über „die da oben“ und die große Koalition. Ihr Vorgänger redet der SPD ins Gewissen - und wird gefeiert wie früher.

27.04.2018

15:5 steht es im laufenden Wettbewerb - für Cristiano Ronaldo. Der Halbfinal-Knaller Bayern gegen Real Madrid wird auch zum Duell der Tormaschinen. Diesmal ist der Herausforderer gesund und fit. Und die Erinnerung an eine magische Königsklassen-Nacht lebt darum auf.

28.04.2018

Erneut wird ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts zum seit 2015 geltenden Mindestlohn erwartet. Diesmal geht es um einen Spezialfall: die Lohnuntergrenze für Zeitungszusteller.

25.04.2018

Der Diesel ist in Verruf geraten, macht bei Bosch aber einen beträchtlichen Teil des Geschäfts aus. Damit das so bleibt, hat der Zulieferer viel Geld investiert - und angeblich eine Lösung für das Stickoxid-Problem gefunden.

28.04.2018

Eigentlich sollte Georg Fahrenschon an diesem Donnerstag in München wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung auf der Anklagebank Platz nehmen. Doch nun kommt es zu einer neuen Wendung in dem Fall des Ex-Sparkassenchefs.

26.04.2018
Anzeige