Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
Stada-Übernahme durch Finanzinvestoren gescheitert

Arzneimittelhersteller Stada-Übernahme durch Finanzinvestoren gescheitert

Die Übernahme von Stada durch Bain und Cinven ist geplatzt. Für den Deal verfehlten die Finanzinvestoren knapp die erforderliche Zustimmung der Aktionäre. Die Aktie brach an der Börse ein.

Voriger Artikel
DAX: Schlusskurse im XETRA-Handel am 26.06.2017
Nächster Artikel
DAX: Schlusskurse im Späthandel am 26.06.2017 um 20:30 Uhr

Bain und Cinven können zwar ein weiteres Angebot für Stada vorlegen, in Finanzkreisen wird dies aber als wenig wahrscheinlich gesehen.

Quelle: Frank Rumpenhorst

Bad Vilbel. Der geplante milliardenschwere Verkauf des hessischen Arzneimittelherstellers Stada an die Finanzinvestoren Bain und Cinven ist nach langem Ringen knapp gescheitert.

Die für den Deal erforderliche Annahmequote von 67,5 Prozent der Stada-Aktionäre sei verfehlt worden, teilte der MDax notierte Konzern am Montagabend in einer Börsenpflichtmitteilung mit. Nur 65,52 Prozent hätten bis Fristende am vergangenen Donnerstag die Kaufofferte der Beteiligungsgesellschaften angenommen. Stada-Aktien fielen nachbörslich um gut sechs Prozent gemessen am Schlusskurs in Frankfurt auf rund 58 Euro.

Der Hersteller von Nachahmermedikamenten und rezeptfreien Markenprodukten wie Grippostad will nun seine Gewinnziele aus eigener Kraft erreichen. „Die Wachstumsziele für das laufende Geschäftsjahr 2017 bleiben von der Beendigung des Übernahmeangebots unberührt“, teilte Stada weiter mit.

Probleme der Investoren, die Anteilseigner zu überzeugen, hatten sich bereits abgezeichnet. So mussten die Beteiligungsgesellschaften zuletzt die Annahmeschwelle für ihr 5,3 Milliarden Euro schweres Angebot senken und den Stada-Aktionären eine verlängerte Frist einräumen, da sich eine geringe Zustimmung abgezeichnet hatte. Bain und Cinven hatten 66 Euro je Aktie geboten. Das Übernahmeangebot sei nun erloschen, teilten die Finanzinvestoren mit. Ihnen bereits angediente Aktien würden an die Anteilseigner zurückgebucht.

Bain und Cinven könnten aus rechtlichen Gründen erst 2018 ein weiteres Angebot für den Pharmakonzern vorlegen, in Finanzkreisen wird dies aber als wenig wahrscheinlich gesehen.

Stada teilte mit, das Unternehmen halte ungeachtet der gescheiterten Übernahme an den Gewinn- und Umsatzzielen fest. „Wir respektieren das knappe Votum unserer Aktionärinnen und Aktionäre und verstehen es als Auftrag, unsere erfolgreiche Wachstumsstrategie weiter voranzutreiben“, sagte Vorstandschef Matthias Wiedenfels. Für 2017 peile der Konzern weiter einen Umsatz zwischen 2,28 und 2,35 Milliarden Euro sowie einen Gewinn von 195 bis 205 Millionen Euro an. Beim mittelfristigen Ziel bis 2019 bleibe es bei 2,65 bis 2,7 Milliarden Euro Erlös und 250 bis 270 Millionen Euro Gewinn.

Um die Ergebnisziele zu erreichen, will Stada weiter die Kosten senken, neue Produkte auf die internationalen Märkte bringen und den Vertrieb schlagkräftiger machen. Das bereits begonnene Programm werde weiter umgesetzt, hieß es.

Als Gefahr für die Übernahme hatte zuletzt der hohe Anteil von Privatanlegern gegolten, die rund 27 Prozent an Stada halten. Darunter sollen viele traditionsbewusste Ärzte und Apotheker sein, die einen Verkauf des Pharmakonzerns kritisch sehen.

Bain und Cinven hatten sich in dem monatelangen Übernahmekampf um Stada seit Februar zunächst gegen die konkurrierenden Investoren Advent und Permira durchgesetzt. Sie wollten das Geschäft von Stada international ausbauen. Der Konzern hatte die Übernahmepläne bis zuletzt unterstützt.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Herrenschlösser und Fähren
Auf zwei Rädern um den Chiemsee - wie hier bei Seebruck erkunden viele Touristen das „Bayerische Meer“ gerne vom Fahrradsattel aus.

Die größte Attraktion am Chiemsee ist nur mit dem Boot erreichbar: die Herreninsel mit Bayerns Antwort auf Schloss Versailles. Manche Touristen schauen sich außer dieser Märchenwelt von Ludwig II. nichts weiter an. Ein Fehler - wie jeder merkt, der den See einmal umrundet.

mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.