Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Starker Euro macht Infineon Probleme
Nachrichten Wirtschaft Starker Euro macht Infineon Probleme
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:18 04.05.2016
Anzeige
Neubiberg

Der wieder erstarkte Euro macht dem Chipkonzern Infineon zu schaffen. Für das laufende Geschäftsjahr (30. September) schraubte das Unternehmen am Dienstag seine Umsatzerwartungen und auch die Prognose für das operative Ergebnis leicht zurück.

Ausschlaggebend sei einzig die Wechselkursentwicklung, sagte Vorstandschef Reinhard Ploss in einer Telefonkonferenz und betonte: „Auch im zweiten Quartal bleibt Infineon auf Kurs.“ Bei Zukunftstechnologien mit großer Wachstumsdynamik sei das Unternehmen weiter erfolgreich unterwegs.

Infineon macht einen großen Teil seiner Umsätze im Dollar-Raum und bekommt Euro-Dollar-Wechselkursänderungen daher wie viele andere Unternehmen zu spüren.

Beim Umsatz rechnet Konzernchef Ploss nun nur noch mit einem Anstieg von 12 Prozent plus minus zwei Prozentpunkte. Bisher lag die Schwankungsbreite bei 11 bis 15 Prozent. Für die operative Marge erwartet das Unternehmen nun im Gesamtjahr noch 15 bis 16 Prozent, sofern die Mitte des prognostizierten Wachstums erreicht wird. Zuvor war der Konzern von rund 16 Prozent ausgegangen.

Zu den zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern zählt der Konzernchef beispielsweise das Geschäft mit Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge in China. Auch von der Förderung für Elektroautos in Deutschland verspricht sich Ploss positive Effekte, die im Vergleich mit China aber eher kleiner ausfallen dürften.

Für das laufende Jahr geht Infineon jetzt von einem Euro-Kurs von 1,15 Dollar anstatt zuvor 1,10 Dollar aus. Damit kommt pro erlöstem Dollar im Ausland weniger in der Gewinn- und Verlustrechnung an. Der gesenkte Ausblick machte sich gleich an der Börse bemerkbar: Bis zum Mittag rutschten die Infineon-Papiere zeitweise um mehr als 5,6 Prozent ins Minus.

Zwischen Januar und Ende März liefen die Geschäfte für den Chipkonzern etwas besser als erwartet. „Wir haben ein schwieriges Quartal gut gemeistert“, sagte Ploss. Im Vergleich zum Vorquartal stieg der Umsatz um 4 Prozent auf 1,61 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um ebenfalls 4 Prozent auf 228 Millionen Euro zu.

In der Halbleiterbranche werden die Geschäftszahlen wegen stark schwankender Chippreise in aller Regel mit dem Vorquartal verglichen. Infineon hat sich mit dem Ausbau des Autogeschäfts und einer breiteren Produktpalette aber etwas von den kurzfristigen Schwankungen der konjunktursensiblen Chipbranche abgekoppelt.

Auf Jahressicht treibt zudem noch der Kauf des US-Konkurrenten International Rectifier den Umsatz. Die Übernahme war erst im Januar 2015 abgeschlossen worden, so dass der Erlös noch nicht komplett in das Ergebnis eingeflossen ist.

dpa

Mehr zum Thema

„Ich sitze an der Bar, mit 'nem Drink und 'ner Cigar, da schleicht herein der Sensenmann, macht mich blöde von der Seite an“, singt Udo Lindenberg. Für sein neues Album hat er zwar schon mal selbst seinen Nachruf verfasst, aber: „Ey sorry, ich kann hier echt noch nicht weg.“

03.05.2016

Wie lief es im zweiten Quartal für Siemens? Konzernchef Kaeser legt am Mittwoch die Zahlen vor. Nach Experteneinschätzung dürfte sich der Elektrokonzern trotz der Ölpreis-Flaute ordentlich geschlagen haben.

02.05.2016

Warum lieben die Menschen lange Barockarien? Weil sie aufregend sind, sagt Laurence Cummings selbstbewusst. Den künstlerischen Leiter der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen beschäftigen auch aufregende Pläne: Alle Opern Händels will er 2020 aufführen.

02.05.2016

Holpriger Start für den neuen Commerzbank-Chef Zielke: Die Quartalszahlen sind schwach, das Gewinnziel für das Gesamtjahr wackelt. Für zusätzliche Aufregung sorgen umstrittene Aktiendeals.

04.05.2016

An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im elektronischen Handel (Xetra) am 3.05.2016 um 13:05 Uhrfolgende Kurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.

03.05.2016

Die Wirtschaft der Eurozone dürfte nach Einschätzung der EU-Kommission etwas langsamer wachsen als zunächst angenommen.

04.05.2016
Anzeige