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Nachrichten Wirtschaft Steuererklärung: Belege müssen nicht mehr zum Finanzamt
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00:33 03.05.2018
Rostock

Steuerzahler müssen sich auf einige Neuerungen im Steuerrecht einstellen. Der Abgabestichtag 31. Mai für die Steuererklärung des Vorjahres gilt beispielsweise

Torsten Lüth, Steuerberater-

verband MV FOTO:

STEUERBERATERVERBAND MV

Steuerberaterverband

491 Steuerberater und damit etwa zwei Drittel aller Steuerexperten im Land sind aktuell Mitglied des Steuerberaterverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Die Mitgliedschaft in dieser Interessenvertretung ist freiwillig. Der 1. Vorsitzende – der Parchimer Torsten Lüth – ist zudem Vizepräsident des Deutschen Steuerberaterverbandes. Dessen 16 Landesverbände vereinen rund 36 000 Mitglieder.

nur noch in diesem Jahr. In Mecklenburg-Vorpommern läuft zudem ein bundesweites Pilotprojekt, das Rentnern das Besteuerungsverfahren erleichtern soll. Seit Jahresbeginn 2018 müssen außerdem erstmals nicht mehr alle Belege beim Finanzamt eingereicht werden. Die OSTSEE-ZEITUNG sprach dazu mit Torsten Lüth (46), 1.Vorsitzender des Steuerberaterverbandes MV.

Im Nordosten läuft derzeít ein bundesweites Pilotprojekt, das Rentnern das Erstellen einer Steuererklärung erleichtern soll. Was beinhaltet dieses sogenannte Amtsveranlagungsverfahren?

Torsten Lüth: Rentner, die nur ihre Altersrente bzw. zusätzlich Witwen- oder Witwer-Rente beziehen und keine weiteren Einkünfte beispielsweise aus Vermietung, Verpachtung oder Kapitalvermögen haben, können das Amtsveranlagungsverfahren beim zuständigen Finanzamt beantragen. Die Daten der Renten- und Sozialversicherungsträger liegen dort bereits elektronisch vor.

Würden Sie Rentnern dieses Verfahren empfehlen?

Das Besteuerungsverfahren zu vereinfachen, ist eigentlich immer der richtige Weg. Für viele ältere Bürger stellt die Amtsveranlagung sicher eine Erleichterung dar. Sie birgt aber auch die Gefahr, eine zu hohe Steuerbelastung zu akzeptieren. Individuelle Abzugsbeträge, beispielsweise für Versicherungen, Spenden oder Krankheitskosten, können nicht geltend gemacht werden. Eine gewisse Trägheit könnte da schon teuer werden. Bevor der Antrag also beim jeweiligen Finanzamt gestellt wird, sollte jeder Steuerpflichtige seine steuerliche Situation des jeweiligen Jahres analysieren.

Bislang erwies es sich oft als zeitaufwändig, alle Belege zu kopieren, um sie beim Finanzamt einreichen zu können. Entfällt diese Pflicht für die Steuererklärung 2017?

Ja. Die sogenannte Vorlagepflicht entfällt. Der Steuerpflichtige muss die Quittungen und Belege aber sorgfältig aufbewahren. Hat der Bearbeiter im Finanzamt Nachfragen, sind diese vorzulegen.

In welchen Fällen ist mit Nachfragen zu rechnen?

Diese werden zum Beispiel gestellt, wenn die geltend gemachten Aufwendungen im Vergleich zu den Vorjahren gravierend abweichen. Dies kann beispielsweise bei besonders hohen Werbungskosten, erstmals erfolgter doppelter Haushaltsführung, Auslandstätigkeit oder zahlreichen Dienstfahrten ohne Kostenerstattung durch die Firma der Fall sein. Hier macht es Sinn, die entsprechenden Belege einzureichen, denn die Computerprogramme der Finanzämter signalisieren derartige Auffälligkeiten. Dann schaut der Mitarbeiter im Finanzamt ganz genau hin.

Der 31. Mai ist der letzte Abgabetermin für die Steuererklärung. Beauftragt der Steuerpflichtige einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein verlängert sich die Frist automatisch auf den 31.

Dezember 2018. Gelten künftig andere Abgabefristen?

Der Gesetzgeber hat beschlossen, dass ab 2019 als Stichtag der 31. Juli gilt. Für alle, die sich von Steuerberatern helfen lassen, ist der 2. März 2020 letzter Abgabetermin.

Neu geregelt wird dann auch der sogenannte Verspätungszuschlag?

Richtig. Der Ermessensspielraum für das Finanzamt entfällt. Alleiniges Kriterium ist das Versäumen des Abgabetermins. Besagter Zuschlag droht auch, wenn es zu einer Steuererstattung kommt.

Mit welchem Betrag muss der säumige Bürger rechnen?

Laut Steuergesetz sind das bei Jahressteuererklärungen für jeden angefangenen Monat der Verspätung 0,25 Prozent der Steuernachzahlung, mindestens aber 25 Euro je Monat.

Interview von Volker Penne

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