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Straathof soll Schweinestall schließen

Rostock Straathof soll Schweinestall schließen

Behörde verhängt gegen Schweinezüchter ein Zwangsgeld in Höhe von 50000 Euro.

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Unternehmer Adrianus Straathof.

Quelle: Fellechner

Rostock. /Gladau — Die Luft wird dünner für den „Schweine-Baron“ Adrianus Straathof. In Sachsen-Anhalt hat der Landkreis Jerichower Land jetzt auch ein Schweinehaltungsverbot für die Straathof-Gesellschaft Glava GmbH verfügt. Die Schweine müssten „sukzessive, bis spätestens 31. August 2015, aus den Liegenschaften“ der Gesellschaft entfernt werden, erklärte Kreissprecher Henry Liebe. Betroffen davon sei die Glava-Anlage in Gladau bei Genthin (Sachsen-Anhalt) mit rund 70000 Schweinen.

Gegen diesen Bescheid des Landkreises hat das Unternehmen inzwischen Widerspruch eingelegt, sagte ein Straathof-Sprecher gegenüber der OZ. Das Schweine-Imperium Straathof betreibt auch in Mecklenburg-Vorpommern drei Anlagen.

Der Landkreis Jerichower Land hatte 2014 nach einer Razzia in der Schweinezuchtanlage Gladau ein Tierhaltungsverbot lediglich gegen den Niederländer persönlich ausgesprochen. Straathof legte dagegen Rechtsmittel ein, musste aber nach einer negativen vorläufigen Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Magdeburg im Dezember 2014 die Geschäftsführung seines Unternehmens zunächst abgeben. Straathof kann gegen das Verbot noch klagen.

Der Kreis Jerichower Land verhängte vor wenigen Tagen zusätzlich ein „zuvor angedrohtes Zwangsgeld in Höhe von 50000 Euro wegen Nichtheinhaltung des Tierhaltungsverbots“, teilte Sprecher Liebe mit. Grund: Trotz des erfolgten Geschäftsführerwechsels übe Straathof als Gesellschafter „weiterhin bestimmenden Einfluss auf die Tierhaltungsbedingungen“ aus. Damit sei die ihm verbotene „Tierhaltereigenschaft“ noch gegeben. Auch gegen diesen Bescheid haben Straathofs Anwälte inzwischen Widerspruch eingelegt.

Auch aus drei Betrieben in Brandenburg hat sich der umstrittene Schweinezüchter derweil zurückgezogen. Der Straathof-Sprecher bestätigte Medienberichte, nach denen es dort ebenfalls Geschäftsführerwechsel gegeben habe. Die Nachrichtenagentur dpa hatte berichtet, dass in den Standorten Drebkau und Wadelsdorf sowie im Calauer Stadtteil Mlode neue Geschäftsführer bestellt worden seien. Nach Angaben der zuständigen Behörden hätten verstärkte Kontrollen in den Betrieben in den vergangenen Wochen keine Beanstandungen ergeben.

Die Schweriner Grünen-Abgeordnete Jutta Gerkan fordert vom Schweriner Agrarminister Till Backhaus (SPD), „das bundesweit geltende Tierhaltungsverbot für Herrn Straathof“ auch für Mecklenburg-Vorpommern durchzusetzen.

Backhaus wies hingegen darauf hin, dass die Bedingungen nicht zu vergleichen seien. „In unserem Bundesland hält die Straathof-Holding im Gegensatz zu Sachsen-Anhalt ihre Tiere größtenteils in neu gebauten Ställen“, teilte Backhaus mit. Die Behörden würden „weiterhin intensive Kontrollen“ durchführen.

Größte Schweinefarm in Europa
3 Schweinefarmen betreibt die Straathof-Holding in Mecklenburg-Vorpommern: in Alt Tellin und Medow (beide Kreis Vorpommern-Greifswald) sowie in Fährbinde (Ludwigslust-Parchim). Die Anlage in Alt Tellin soll mit 31500 Sauen und 36000 Ferkelplätzen die größte in Europa sein; dort werden pro Jahr 250000 Ferkel geboren. Den ersten Standort eröffnete Straathof im Jahr 2000 in Sachsen-Anhalt.

 



Axel Meyer

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