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Strom aus Neubrandenburger Power-Box

Neubrandenburg Strom aus Neubrandenburger Power-Box

New Enerday GmbH nutzt Brennstoffzellen-Technologie / 1000 mobile Hybridsysteme pro Jahr geplant

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So sieht die Mobile Power-Box zur Stromerzeugung auf Solar- und Brennstoffzellenbasis aus Neubrandenburg aus.

Quelle: New Enerday Gmbh

Neubrandenburg. Sie laufen in der Schweiz, in Russland und demnächst auch in Indien – die kleinen, mobilen Stromversorgungssysteme der Neubrandenburger Firma New Enerday.

 

OZ-Bild

Vertriebsingenieur Marcel Dee zeigt das Innenleben der Mobilen Hybridsysteme, die in Neubrandenburg gebaut werden.

Quelle: Dietmar Lilienthal

Produktentwickler

16 Mitarbeiter beschäftigt die New Enerday GmbH Neubrandenburg, die 2010 aus dem ehemaligen Entwicklungsbereich für Brennstoffzellen der Webasto AG hervorging. Sie führt innovative Brennstoffzellensysteme zur Produktreife. In Brennstoffzellen reagiert Wasserstoff mit Sauerstoff. Dabei entstehen Strom, Wärme und Wasser.

„Noch in diesem Sommer liefern wir die ersten Geräte für indische Farmen aus“, sagt Firmengründer Dr. Matthias Boltze. Für Landwirtschaftsbetriebe sollen sie Elektroenergie produzieren, die dort bisher zumeist mit Dieselgeneratoren erzeugt wird.

„Unsere Technologie ist viel umweltfreundlicher“, betont der 52-Jährige. Denn die in Neubrandenburg gefertigten Power-Boxen nutzen Sonnenenergie und Brennstoffzellen. „Solange die Sonne scheint, liefert die Fotovoltaik den Strom, nachts übernehmen Brennstoffzellen die Stromproduktion aus Propan- oder Flüssiggas“, erläutert der gebürtige Hallenser, der seit 15 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern lebt. Dieselgeneratoren würden deutlich mehr Kraftstoff verbrauchen und hätten somit einen höheren Ausstoß schädlicher Klimagase. Die Geräte aus Neubrandenburg bestehen aus Solarmodulen, der Brennstoffzelle, einem Batteriespeicher und der Leistungselektronik. Eine Spitzentechnologie, die nach Angaben des promovierten Diplomingenieurs für Kraftfahrzeugtechnik „weltweit nur eine Handvoll Firmen“ beherrschen. Boltze selbstbewusst: „In Europa sind wir damit führend.“

Bisher entstehen die netzunhabhängigen Hybridsysteme in Neubrandenburg noch im Musterbau. Rund 100 Stück kann die Firma, die sich 2010 mit sechs Leuten als Start-up-Unternehmen aus dem Fahrzeugzulieferer Webasto ausgliederte, pro Jahr herstellen. Ab 2017 sollen es zehnmal so viele sein, bis zu 70 Prozent für den Export.

Auf dem früheren Militärgelände des einstigen Panzerreparaturwerkes in Neubrandenburg, auf dem schon die Nazis eine Torpedoversuchsanstalt betrieben und derzeit die Landeskunstschau gezeigt wird, investiert die Firma New Enerday in eine Zukunftstechnologie: In einer unter Denkmalschutz stehenden Halle entsteht eine Pilotfertigung. Boltze: „Bis zum Jahresende soll die erste Ausbaustufe fertig sein.“ Als finanzkräftiger Gesellschafter stieg inzwischen ein schwäbischer Automobilzulieferer ein. 1, 5 Millionen Euro werden in den Standort investiert, ein Großteil aus Fördermitteln des Landes.

Auch die Zahl der Mitarbeiter wächst. Derzeit beschäftigt New Enerday 16 Leute.

Einsatzmöglichkeiten für ihre Produkte gebe es „überall, wo es kein Stromnetz gibt“ und der Bau einer Stromleitung sehr aufwendig wäre, meint Firmenchef Boltze. Kunden hat das Unternehmen in der Öl- und Gasindustrie, in der Windbranche, aber auch bei Behörden. Die Kantonspolizei Zürich habe zum Beispiel fünf Geräte gekauft – zur Verkehrsüberwachung mit mobilen Geschwindigkeits-Blitzern. Seit anderthalb Jahren sind die Mecklenburger Energieerzeuger in der Schweiz schon erfolgreich im Einsatz.

Auch privaten Interessenten können die autonomen Power-Boxen aus Neubrandenburg nützliche Dienste leisten, auf Segelyachten, Wohnmobilen oder Ferienhäusern auf abgelegenen Grundstücken zum Beispiel.

Noch seien die Preise für Privatkunden allerdings recht hoch, räumt der Firmenchef ein. Aber: Mit den geplanten höheren Stückzahlen sollen die Produktionskosten sinken – und damit auch die Preise.

Elke Ehlers

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