Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Studie: Chinesen auf Großeinkauf in Europa
Nachrichten Wirtschaft Studie: Chinesen auf Großeinkauf in Europa
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:24 14.07.2016
Anzeige
Frankfurt/Main

Chinesische Investoren sind derzeit zum Großeinkauf in Europa unterwegs. In der ersten Hälfte des Jahres haben sie bereits angekündigt, Firmen mit einem Rekord-Transaktionsvolumen von 72,4 Milliarden Dollar (65,2 Mrd Euro) übernehmen zu wollen, wie aus einer Aufstellung der Beratergesellschaft EY (Ernst & Young) hervorgeht.

Mit 164 Transaktionen wurde bereits zur Jahresmitte nahezu der Wert aus dem Vorjahr (183) erreicht, weitere Übernahmegeschäfte seien in Vorbereitung.

Mit 37 Firmenübernahmen oder Beteiligungen war Deutschland das beliebteste Ziel der chinesischen Investoren vor Frankreich (23) und Großbritannien (20). Die Summe, die in deutsche Firmen investiert wurde oder laut Plan investiert werden soll, stieg sprunghaft auf 10,8 Milliarden Dollar (9,7 Mrd Euro) nach nur 526 Millionen Dollar (474 Mio Euro) im gesamten Vorjahr.

Fast die Hälfte davon (4,7 Milliarden Dollar/4,2 Mrd Euro) entfällt auf die geplante Übernahme des Maschinenbauers Kuka durch den China-Konzern Midea. Der Deal ist in diesem Jahr der drittgrößte in Europa - nach der ebenfalls noch nicht abgeschlossenen 44 Milliarden Dollar schweren Übernahme des schweizerischen Chemie-Unternehmens Syngenta durch Chemchina und dem 8,6 Milliarden Dollar schweren Geschäft mit dem finnischen Spiele-Entwickler Supercell. Auf Platz vier in diesem Jahr liegt bislang der Verkauf der deutschen Entsorgungs- und Energiefirma EEW an Bejing Enterprises Holding.

Die EY-Berater erwarten für die zweite Jahreshälfte weitere spektakuläre Übernahmen durch chinesische Investoren, die wegen des verlangsamten Wachstums auf ihrem Heimatmarkt eine Spezialisierung anstrebten und Gelegenheiten suchten. Sie träfen hier auf einen Markt, auf dem sich viele Investmentgesellschaften von ihren Beteiligungen trennen wollten. Das Interesse richte sich nicht nur auf Technologie- und Maschinenbau-Unternehmen, erklärte EY-Partner Alexander Kron. Auch Kliniken, Altenheime, Pharma- und Biotechunternehmen seien zuletzt in den Fokus geraten.

Eine Übernahme müsse nicht zum Nachteil der Beschäftigten verlaufen, erklärte die EY-China-Expertin Yi Sun. Tendenziell bauten die Chinesen parallel zu den hiesigen Kapazitäten weitere Werke in China auf. Bei Hochtechnologie-Unternehmen sei eine Standortverlagerung wegen des hochkomplexen Know-hows sogar häufig völlig unmöglich. „Die Zeiten, in denen hier ein Stahlwerk abgebaut und in China wieder aufgebaut wurde, sind längst vorbei.“

dpa

Mehr zum Thema

Joachim Löw pflegt sein Turnier-Ritual: Erstmal abtauchen. Der Bundestrainer muss sein „Gefühlsleben“ nach dem verpassten Finale erst wieder ins Gleichgewicht rücken. Aber die EM in Frankreich war immer nur ein „wichtiges Zwischenziel“ für das wahre Lebensziel.

12.07.2016

Die GP Günter Papenburg AG gründete 1991 im nordvorpommerschen Grimmen aus Teilen des ehemaligen DDR-Betriebes Erdöl-Erdgas einen Standort.

11.07.2016

Ein etwas kleineres Team als erwartet soll dem deutschen Sport bei den Olympischen Spielen am Zuckerhut mindestens genauso viele Medaillen bescheren wie vor vier Jahren in London.

13.07.2016

Einen Tag vor Ablauf der offiziellen Frist zur Übernahme von Kuka-Aktien durch den chinesischen Investor Midea nimmt der Roboterhersteller ein neues Entwicklungszentrum in Betrieb.

14.07.2016

. Trotz Flüchtlingskrise, Terrorgefahr und drohendem Brexit hat sich die Stimmung der europäischen Verbraucher verbessert.

14.07.2016

„Geflügelwurst“, die vor allem Schweinefleisch enthält? Viele Kunden fühlen sich dadurch getäuscht / Verbraucherschützer beobachten immer neue Tricksereien

14.07.2016
Anzeige