Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Studie: Dax-Konzerne korrigierten Prognosen besonders häufig
Nachrichten Wirtschaft Studie: Dax-Konzerne korrigierten Prognosen besonders häufig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 19.08.2016
Anzeige
Frankfurt/Main

Deutschlands Börsenschwergewichte haben sich einer Studie zufolge bei ihren Gewinn- und Umsatzprognosen im ersten Halbjahr als besonders unzuverlässig erwiesen.

Von Januar bis April veröffentlichten die 30 Dax-Unternehmen 13 Korrekturen, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung des Beratungsunternehmens EY hervorgeht. In acht Fällen setzen die Unternehmen ihre Erwartungen herauf, in fünf Fällen herab.

Die Dax-Konzerne seien international tätig und damit Währungs- oder Absatzschwankungen stärker ausgesetzt als andere Unternehmen, deren Geschäft nicht in dem Maß globalisiert sei, erläuterte EY-Partner Marc Förstemann. „Zudem haben die Dax-Konzerne ein besonders professionelles Investor Relations Management mit einer hohen Sensibilität, nach dem Motto: "Lieber einmal zu viel zu warnen als einmal zu wenig"“.

Besonders ärgerlich sind für alle Aktionäre Korrekturen nach unten. Im Schnitt sanken die Aktienkurse von Unternehmen den Angaben zufolge am Tag der sogenannten Gewinnwarnung um sechs Prozent, eine Woche später lag der Kurs im Schnitt acht Prozent niedriger als vor der Mitteilung.

Korrekturen nach oben werden hingegen weniger stark honoriert. Kündigte ein Unternehmen an, seine Gewinnprognose zu übertreffen, führte das im Schnitt zu einem Anstieg des Aktienkurses um fünf Prozent, der sieben Tage später auf ein Plus von vier Prozent schrumpfte.

Trotz der Abkühlung der Weltwirtschaft und der Turbulenzen an den Finanzmärkten setzten deutlich mehr Unternehmen ihre Gewinn - und Umsatzerwartungen im ersten Halbjahr herauf als herab. EY zählte bei den 305 Unternehmen aus den Börsenindices Dax, MDax, SDax und TecDax 26 Gewinn- oder Umsatzwarnungen (Vorjahr: 25). Insgesamt 43 Mal wurden die Prognosen heraufgesetzt. Im Vorjahreszeitraum waren es 61 Fälle.

EY zufolge müssen sich die Aktionäre auf mehr Korrekturen in der zweiten Jahreshälfte einstellen. Dann werde üblicherweise das Gros der Gewinnwarnungen oder -erwartungen veröffentlicht.

Zudem hätten sich die Konjunkturaussichten für das zweite Halbjahr eingetrübt. „Brexit-Votum, Währungsturbulenzen, Terrorangst: Immer wieder sorgen Hiobsbotschaften für Verunsicherung“, sagte Förstemann.

dpa

Mehr zum Thema

Das ganze Jahr über stand der Dax in der Verlustzone, weil es gleich nach dem Jahreswechsel deutlich abwärts gegangen war. Erst jetzt konnte er Gewinne ausweisen. Dabei gäbe es genug Gründe, von Aktien die Finger zu lassen.

25.08.2016

Zuletzt hatte der Dax immer noch Höchststände fürs Jahr markiert und damit den trüben Jahresbeginn vergessen gemacht. Manchem Anleger wird es nun aber zu gefährlich - und er steigt aus.

16.08.2016

Ein merklich anziehender Eurokurs hat dem Höhenflug des deutschen Aktienmarktes vorerst ein Ende gesetzt. Nach dem zuletzt guten Lauf des Dax nahmen Anleger Gewinne mit.

16.08.2016

Auch Monate nach der Vorstellung des Plans zum momentan wohl umfassendsten Umbaus einer Wirtschaft bleibt das saudische Megaprojekt „Vision 2030“ noch vage.

18.08.2016

Jüngst hatte der Dax den höchsten Stand des Jahres erklommen. Doch nun schwächelt der deutsche Aktienmarkt den zweiten Tag in Folge. Ist das nur ein kleiner Durchhänger oder der Beginn einer größeren Korrektur?

18.08.2016

Die Schauspielerin Gesine Cukrowski (47, „Edel & Starck“) sieht Urlaub an Fernreisezielen kritisch.

19.08.2016
Anzeige