Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -1 ° Schneeschauer

Navigation:
Studie: Mindestlohn wird oft nicht gezahlt

Geringverdiener Studie: Mindestlohn wird oft nicht gezahlt

Für viele Arbeitnehmer steht der Mindestlohn nur auf dem Papier - so eine Studie für die Gewerkschaften. Wer ihn bekommt, muss aber seltener zusätzlich Hartz-IV-Leistungen beantragen.

Voriger Artikel
DAX: Kurse im XETRA-Handel am 29.01.2018 um 13:05 Uhr
Nächster Artikel
Sonja Zietlow hält sich mit Westernreiten fit

Verstöße gegen das Mindestlohngesetz kommen vor allem in Branchen mit vielen Kleinbetrieben und Minijobs vor.

Quelle: Jens Wolf

Düsseldorf. Betriebe ohne Betriebsrat und Tarifvertrag unterlaufen nach einer Untersuchung für die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung besonders häufig den Mindestlohn.

In solchen Firmen erhielten 18,6 Prozent der Beschäftigten nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn, teilte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Stiftung mit. Das seien mehr als fünf Mal so viele wie in Betrieben mit Arbeitnehmervertretung und Tarifvertrag. Dort habe die Quote der Mindestlohn-Umgehungen 2016 bei 3,2 Prozent gelegen.

Die Studie zieht dennoch ein positives Fazit des 2015 eingeführten Mindestlohns. Die Bezahlung vieler Geringverdiener habe sich spürbar verbessert. Der Anteil der Beschäftigten mit einem zusätzlichen Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen sei von 20 Prozent im Jahr 2014 auf 17 Prozent in 2016 gesunken. Der Mindestlohn beträgt aktuell 8,84 Euro.

Nach den WSI-Zahlen haben 2016 rund 2,7 Millionen Beschäftigte in Deutschland weniger als den Mindestlohn erhalten, obwohl er ihnen zustand. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung kommt dagegen bei seinen Berechnungen auf 1,8 Millionen Arbeitnehmer, die 2016 weniger als den gesetzlichen Mindestlohn bekommen haben. Beide Institute haben Zahlen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) ausgewertet, sind dabei aber unterschiedlich vorgegangen.

Verstöße gegen das Mindestlohngesetz kommen der WSI-Studie zufolge vor allem in Branchen mit vielen Kleinbetrieben und Minijobs vor. So bekamen demnach 2016 rund 43 Prozent der Beschäftigten in privaten Haushalten weniger als den Mindestlohn - wohl, weil die Einhaltung dort kaum zu kontrollieren ist. Im Hotel- und Gaststättengewerbe betrug die Umgehungsquote demnach 38 Prozent, im Einzelhandel 20 Prozent.

Der Sozialverband VdK forderte, Schlupflöcher beim Mindestlohn zu schließen und die Einhaltung besser zu kontrollieren. Im vergangenen Jahr mussten Betriebe nach Angaben des Bundesfinanzministeriums Bußgelder von mehr als 4,2 Millionen Euro zahlen. Der Zoll hatte rund 2500 Ermittlungsverfahren eingeleitet, in jedem zweiten Fall musste der Betrieb zahlen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Hauptsache gerecht
Begrenzter Vorrat: Ein Kernaspekt nachhaltiger Entwicklung ist der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen.

„Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt.“ Das ist ein Wahlkampfklassiker. Und die perfekte Überschrift für Studiengänge aus der grünen Welt der Nachhaltigkeit. Denn Gerechtigkeit und Umweltschutz sind im Trend - und damit auch eine Karrierechance.

mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.