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Stürmische Zeiten für Windstrom

Hamburg Stürmische Zeiten für Windstrom

Aussteller auf Branchenmesse richten sich auf Beschränkungen durch EEG ein

Hamburg. Technik für Windkrafträder made in Germany hat international einen guten Ruf – 20 Prozent aller Anlagen kommen aus deutscher Produktion. Das hängt auch mit dem raschen Ausbau hierzulande zusammen. Der Zubau neuer Anlagen in Deutschland wird nun nach dem veränderten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ab 2017 beschränkt, die Vergütung soll sinken. Über die Folgen wurde auf der internationalen Fachmesse Windenergy viel diskutiert, die gestern in Hamburg endete. Unter 1400 Ausstellern aus 34 Ländern waren auch einige aus MV vertreten.

 

OZ-Bild

Die weltgrößte Turbine für Offshore-Windkraftanlagen.

Quelle: J.Göres

„Wir hatten gute Gespräche, aber weniger Publikum als vor zwei Jahren“, sagt Andreas Jessel, Pressesprecher der eno energy GmbH, Rostock. Das ca. 200 Mitarbeiter zählende Unternehmen präsentierte in Hamburg zwei neue Vier-Megawatt-Turbinen für Windräder an Stark- und Mittelwindstandorten, die eine höhere Leistung als bisherige Modelle haben und höhere Erträge erzielen sollen. Auf die Begrenzung des Ausbaus von Windenergieanlagen in Deutschland reagiert eno energy mit stärkeren Auslandsaktivitäten. Jessel erwartet durch das neue EEG vor allem für kleinere Firmen Probleme. Für eno energy ist er zuversichtlich: „Mit einem Zubau an eno-Windturbinen von knapp 40 Megawatt (MW) hat das Unternehmen das beste erste Halbjahr in seiner Firmengeschichte hingelegt.“

Größer läuft das Geschäft bei der enercon GmbH mit weltweit 20 000 Beschäftigten, davon 40 in Rostock und 360 an anderen Standorten in MV. Auch sie setzt auf stärkere Turbinen und wird 2016 Windkraftanlagen mit 4000 MW Leistung aufstellen. „Unser Exportanteil liegt bei 50 Prozent, den wollen wir ausbauen“, sagt ein mit der Messe zufriedener Sprecher Felix Rehwald.

Die Umweltgerechte Kraftanlagen GmbH & Co. KG realisiert seit 1999 Windparks an Land, vom Finden geeigneter Standorte über Genehmigungsverfahren bis zu Finanzierung und Fertigstellung. „Wir haben den stärksten Zubau in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg“, sagt UKA-Unternehmenssprecher Henrik Oliver von Oehsen. Von den 430 Mitarbeitern sind 70 in Rostock und 30 in Lohmen beschäftigt. Mit 430 Mio. Euro Umsatz gehört UKA zu den drei größten deutschen Windpark- Entwicklern an Land.

Laut Wolfram Axthelm, Sprecher des Bundesverbandes Windenergie, hängt der Erfolg vom stabilen Heimatmarkt ab. In der deutschen Windkraftbranche arbeiten mehr als 150 000 Menschen, davon über 8000 in Mecklenburg-Vorpommern.

Joachim Göres

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