Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Takata muss bis zu 40 Millionen weitere Airbags zurückrufen
Nachrichten Wirtschaft Takata muss bis zu 40 Millionen weitere Airbags zurückrufen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:28 06.05.2016
Anzeige
New York

Der japanische Autozulieferer Takata muss bis zu 40 Millionen weitere Airbags zurückrufen. Die US-Verkehrsaufsicht NHTSA begründete das in Washington mit anhaltenden gravierenden Sicherheitsmängeln.

Bei den Takata-Airbags bestehe das Risiko, dass sie zu kräftig auslösen und bei der Explosion Teile der Verkleidung durch das Fahrzeug geschleudert werden.

Der Defekt wird weltweit mit elf Todesfällen und Dutzenden Verletzungen in Zusammenhang gebracht, die meisten davon in den USA.

Das bereits riesige Airbag-Desaster Takatas wird damit nochmals deutlich größer. Die Rückrufaktion war bereits vor der nun verkündeten Ausweitung die größte der US-Geschichte. Davon waren nach früheren Angaben auch deutsche Hersteller wie VW und Audi sowie Daimler und BMW betroffen.

Laut NHTSA wurden bereits knapp 29 Millionen Airbags wegen des Problems zurückgerufen. Der erweiterte Rückruf soll nun im Mai beginnen und bis Dezember 2019 abgeschlossen sein.

Zu den Kosten kann Takata noch keine Angaben machen. Man sei zu diesem Thema in engen Gesprächen mit den Behörden und den Autoherstellern, sagte ein Sprecher von Takata am Mittwochabend der dpa.

Wie die NHTSA erklärte, trage eine Mischung aus Alterung, klimatischen Einflüssen und hohen Temperaturen zu der Beschädigung der Airbags bei. Eine Zersetzung im Airbag könne dazu führen, dass sie bei einer Kollision zu schnell explodierten und Splitter auf die Insassen schleuderten.

„Wissenschaftliche Daten zeigen eindeutig, dass die Gasgeneratoren (im Airbag) mit der Zeit unsicher werden, wenn sie Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen ausgesetzt sind“, sagte NHTSA-Chef Mark Rosekind in Washington.

In Europa seien keine Fehlfunktionen bekannt, die im Zusammenhang mit den Gründen der aktuellen Rückrufe stehen, sagte der Takata-Sprecher. Intensive Tests hätten gezeigt, dass hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit über viele Jahre hinweg die Hauptfaktoren für die „vereinzelt aufgetretenen Fehlfunktionen“ gewesen seien. „Dies sind klimatische Verhältnisse, die in großen Teilen Europas so nicht existieren.“

Takata ist wegen der Airbagkrise bereits in massiven Schwierigkeiten. Das Unternehmen widersprach wiederholt Berichten über Werkschließungen in Deutschland. Dies bekräftigte der Sprecher nun erneut: „Es gibt derzeit keinerlei Überlegungen zu einem Stellenabbau oder einer Schließung von Werken in Deutschland.“

dpa

Mehr zum Thema

Der japanische Autohersteller Nissan ruft weltweit mehr als drei Millionen Autos wegen Problemen mit den Airbags zurück.

03.05.2016

Der japanische Autohersteller Nissan ruft weltweit mehr als drei Millionen Autos wegen Problemen mit den Airbags zurück.

02.05.2016

Das Airbag-Desaster des japanischen Zulieferers Takata nimmt einem Zeitungsbericht zufolge noch deutlich größere Ausmaße an.

04.05.2016

Europas Währungshüter wollen Kriminellen das Handwerk erschweren. Der 500-Euro-Schein wird schrittweise abgeschafft - bleibt aber gesetzliches Zahlungsmittel.

05.05.2016

Die Bahn kommt mit ihren Plänen für eine Teilprivatisierung voran. Der Aufsichtsrat beauftragte den Vorstand, ein Konzept für den Teilverkauf von Arriva und Schenker zu erstellen. Die Entscheidung über einen Börsengang fällt erst später.

06.05.2016

An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im elektronischen Handel (Xetra) am 4.05.2016 um 17:56 Uhr folgende Schlusskurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.

04.05.2016
Anzeige