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Tempo-Linsen: Erfinder Peter Kretschmer gestorben

Potsdam Tempo-Linsen: Erfinder Peter Kretschmer gestorben

. Tempo-Linsen, Tempo-Erbsen, Tempo-Bohnen oder Kuko-(Kurzkoch-)Reis waren in fast jedem DDR-Haushalt zu finden.

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Potsdam. . Tempo-Linsen, Tempo-Erbsen, Tempo-Bohnen oder Kuko-(Kurzkoch-)Reis waren in fast jedem DDR-Haushalt zu finden. Schnell und ohne viel Arbeit konnten sie zubereitet werden; dank spezieller Vorbehandlungen war das möglich. Am Institut für Getreideverarbeitung in Potsdam-Rehbrücke standen die „Küchen“ und Labore, aus denen die Produkte der Zukunft, „Made in GDR“, kamen. Der Entwickler dieser Methoden, der Lebensmittelforscher Peter Kretschmer, ist bereits am letzten Donnerstag im Alter von 78 Jahren gestorben, wie erst jetzt bekannt wurde.

Lebensmittelforscher

Peter Kretschmer – die Aufnahme stammt von 2010. FOTO: STACHE/DPA

„Auf die Tempo-Produkte war er besonders stolz, denn er hatte damals gerade seine wissenschaftliche Laufbahn begonnen“, sagt sein Sohn Thomas, der heute auch an dem Institut arbeitet. Die Zubereitung von naturbelassenen Erbsen oder Linsen kann für den Koch eine Herausforderung sein. Kochbücher empfehlen lange Zeiten zum Einweichen der Hülsenfrüchte.

Die lange Kochzeit muss den DDR-Hausfrauen erspart bleiben. So lautete der Auftrag der DDR-Oberen an die Forscher um den jungen Kretschmer Mitte der 1960er Jahre. Am Institut für Getreideforschung wurde an geeigneten Verfahren gearbeitet. Bohnengerichte waren bodenständig und regional. Um Importe zu sparen, wurden Ersatzstoffe für teures Zitronat oder Orangeat entwickelt. Aus Potsdam-Rehbrücke kamen zu DDR-Zeiten auch Erdnussflips aus aufgeblähtem Mais und Erdnussfett oder Cornflakes.

Nach der Wende wurde Peter Kretschmer Geschäftsführer des Instituts und kaufte es von der Treuhand. 2014 beendete der Lebensmittelforscher seine Arbeit.

„Kochen und wieder trocknen“, beschreibt Joachim Kunz, Chef der aco GmbH im sächsischen Oederan den Vorgang, wie einer Linse oder Erbse mehr „Tempo“ verschafft wird. Dann kommen die Hülsenfrüchte in den Karton. Noch ein paar Zutaten wie Würste und Kartoffeln dazu – und die Suppe ist in zehn Minuten fertig. Seine Firma hat seit 2001 die Lizenz, die Tempo-Produkte zu produzieren.

Gudrun Janicke

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