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Wirtschaft „Teuer war gestern“: Windstrom immer günstiger
Nachrichten Wirtschaft „Teuer war gestern“: Windstrom immer günstiger
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00:05 17.05.2017
Die Windräder für den Offshore-Windpark „Wikinger“ werden im Hafen von Mukran auf Rügen verladen. Quelle: Foto: Ralf Eppinger

Neuer Aufschwung für die Windenergie? Nachdem steigende Strompreise und verspargelte Landschaften an der Akzeptanz der erneuerbaren Energie gekratzt haben, sieht sich die Branche wieder auf dem richtigen Kurs: Windstrom wird immer günstiger produziert und dadurch konkurrenzfähiger gegenüber Gas und Kohle. Das könnte die Stimmung bei der heute beginnenden Konferenz „Wind & Maritim“ in Rostock aufhellen.

„Die Herstellungskosten für Windstrom haben sich in den letzten sechs Jahren halbiert“, sagt Ralf Peters, Sprecher des Rostocker Windradbauers Nordex. Ermöglicht habe dies der technische Fortschritt:

„Mit größeren und effizienteren Rotoren können wir den Wind besser ausnutzen. Die Standfestigkeit der Türme wurde verbessert, so dass wir heute Anlagen auch an Standorten mit starkem Wind aufstellen können. Und die Anlagen wurden leiser, so dass sie öfter unter Volllast laufen können, ohne gegen Lärmschutzauflagen zu verstoßen“, sagt Peters. Auch die Lebensdauer der Anlagen wurde verlängert:

„Früher war eine Anlage auf 20 Jahre ausgelegt, heute sind es 25 bis 30 Jahre.“

Nordex hat sich selbst 2015 verordnet, dieHerstellungskosten um sechs Prozent pro Jahr zu reduzieren. „2016 haben wir das erreicht und auch für dieses Jahr sieht es gut aus“, so Peters. Ähnliche Programme gebe es in der ganzen Branche. „Dadurch können wir schon teilweise mit konventionellen Kraftwerken mithalten.“

Gerade an windigen Standorten an der Küste biete man bereits heute der Konkurrenz die Stirn. Im Binnenland dagegen seien etwa moderne Gaskraftwerke noch ein Stück voraus. „Unser Ziel ist es, an jedem Standort zu vergleichbaren Kosten zu produzieren wie alle anderen lokalen Anbieter“, erklärt der Nordex-Sprecher.

„Teuer war gestern“, freut sich auch Andree Iffländer vom Windenergie-Netzwerk MV. Er verweist auf die erste Ausschreibung von Offshore-Windstrom, die im April zu Ende gegangen war: Die Anbieter, die den Zuschlag erhielten, kommen in ihren Preisberechnungen fast ohne Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus. „Das hätte man bisher Offshore nicht zugetraut“, betont

Iffländer. Zum Vergleich: Die aktuelle Förderung für Offshore-Strom liegt bei 18,4 Cent je Kilowattstunde über acht Jahre. Das sind fast zwei Drittel dessen, was der Endkunde für den Strom bezahlt.

„Das zeigt: Windenergie ist heute eine günstige und marktfähige Technologie“, sagt Iffländer. Er erwarte mit Spannung die nächste Ausschreibung für Windstrom, diesmal an Land. Für ihn ist klar: „Wir haben nicht aufs falsche Pferd gesetzt.“ Ob langfristig auch der Verbraucher von dem billiger produzierten Strom profitieren kann, sei indes noch offen, betonte Iffländer. „Studien zufolge wird der Strombedarf bis 2050 um etwa 50 Prozent steigen. Was das für die Entwicklung der Strompreise bedeutet, können wir heute noch nicht sagen, da diese über Angebot und Nachfrage gebildet werden.“

Windstrom-Selbstversorger MV

1788 Windkraftanlagen standen Ende 2015 in MV an Land. Sie hatten eine Gesamtleistung von 2884 Megawatt. Hinzu kommen die Offshore-Windparks, die derzeit vor der Küste errichtet werden. Der erste Offshore-Windpark in der deutschen Ostsee war Baltic 1, dessen 21 Windräder zusammen 48,3 Megawatt leisten können. Der in MV produzierte Windstrom würde rechnerisch ausreichen, um das ganze Land zu versorgen. Insgesamt werden in Deutschland rund 34000 Megawatt Windstrom gewonnen.

Axel Büssem

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