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Wirtschaft Teure Pillen: Regierung drängt auf Preisbremse
Nachrichten Wirtschaft Teure Pillen: Regierung drängt auf Preisbremse
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00:01 13.04.2016

. Eine Preisbremse für besonders teure Arzneimittel, bessere Medikamente für Kinder und umfassendere Informationen für die Ärzte über den Nutzen neuer Arzneimittel. Das sind zentrale Vereinbarungen aus dem Pharma-Dialog, die Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) gestern in Berlin erläuterte. Dabei räumte Gröhe ein, dass diese Vereinbarungen Kostensteigerungen für die Versicherten nach sie ziehen könnten.

Nach der seit 2011 geltenden Arzneimittelmarktreform Amnog kann zurzeit der Hersteller bei Markteinführung eines Präparats den Preis im ersten Jahr selbst festsetzen. In dieser Zeit handeln dann der Hersteller und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) oder eine Einzelkasse den danach gültigen Erstattungsbetrag aus. Überschreitet künftig der Umsatz eines Präparates einen noch zu bestimmenden Schwellenwert vor Ablauf des Jahres, soll der niedrigere Erstattungsbetrag bereits von diesem Zeitpunkt an gelten.

Zu dem Schwellenwert machte Gröhe keine genauen Angaben. Er machte lediglich deutlich, dass er bei etwa 250 Millionen Euro liegen könnte. Bis zum Sommer solle ein Gesetzentwurf erarbeitet werden. Die Pharma-Industrie zeigte sich wenig begeistert über diese Preisbremse. Sie wollte aber daran den Dialog nicht scheitern lassen, machte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (vfa), Hagen Pfundner, deutlich.

Der Spitzenverband der GKV bekräftigte seine Forderung, den gesamten Erstattungsbetrag rückwirkend vom Tag der Markteinführung an geltend zu machen. Nur so könnten künstlich überhöhte „Mondpreise“

der Hersteller in den ersten zwölf Monaten verhindert werden.

Als Beispiel für mögliche Kostensteigerungen nannte Gröhe die Entwicklung neuer Antibiotika. Die weltweit zunehmenden Resistenzen verlangten Anstrengungen, neue, wirksamere Präparate zu entwickeln.

Das Geschäft mit Antibiotika ist grundsätzlich nicht sonderlich lukrativ. Möglicherweise müssten neue Präparate dann über die Krankenkassen refinanziert werden. Ruppert Mayr

OZ

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