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Teurer Ärger beim Reisekonzern Tui

Hannover Teurer Ärger beim Reisekonzern Tui

Gericht verhandelt über Entschädigungsklagen von Fluggästen nach Ausfällen bei Tuifly

Hannover. Steigende Urlauberzahlen, neue Wachstumspläne und der Abschied von 50 Marken: Der weltgrößte Reisekonzern Tui treibt trotz politischer Krisen seine Expansion voran. Künftig sollen auch Gäste aus klassischen Urlaubsländern am Mittelmeer und aus Asien die Hotels und Clubs des Konzerns bevölkern. „Im Jahr 2022 – in fünf Jahren – erwarten wir dadurch eine Million neue Kunden und eine Milliarde zusätzlichen Umsatz“, kündigte Tui-Chef Fritz Joussen gestern vor der Hauptversammlung in Hannover an.

Doch der Ärger um die massenhaften Flugausfälle bei der deutschen Tuifly vom Oktober liegt dem Vorstand noch im Magen. Dass sich Piloten und Flugbegleiter tagelang reihenweise krankmeldeten, kostete Tui bisher mehr als 22 Millionen Euro. In Hannover verhandelte gestern ein Gericht zudem über Entschädigungsklagen betroffener Fluggäste. Das Gericht will heute eine Entscheidung verkünden. Sollte die Fluglinie in dem Streit unterliegen, drohen dem Konzern weitere Millionenlasten.

Die Tuifly will den Kunden bisher keine Entschädigungen zahlen, sondern erstattet nur den Reisepreis. Sie beruft sich dabei auf höhere Gewalt beziehungsweise außergewöhnliche Umstände. Hintergrund:

Im Herbst 2016 flog fast eine Woche lang ein Großteil der Tuifly-Jets nicht, weil sich die Crews massenhaft krankmeldeten. Zuvor waren Job-Ängste durch die Nachricht genährt worden, dass Tuifly mit der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki in eine Holding unter Führung der Etihad integriert werden soll. Tui musste insgesamt rund 3000 Reiseverträge kündigen. Viele Betroffene reichten daraufhin Klage ein, allein in Hannover sind Hunderte Zivilverfahren anhängig.

Die Tui macht geltend, dass es sich bei der plötzlichen Erkrankung des Bordpersonals nicht um Zufall gehandelt habe, sondern um eine Art wilden Streik.

OZ

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