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00:05 25.03.2017
Blick auf das Kurhaus in Binz (Landkreis Vorpommern-Rügen). Das Ostseebad plant eine ganzjährig hohe Kurtaxe ohne Winterrabatt. Quelle: Foto: Norbert Fellechner

Einige Seebäder an der mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste planen zum Saisonstart Veränderungen bei der Kurtaxe. Im Ergebnis versprechen sich die Kommunen durch die Neuerungen Mehreinnahmen. Die Pläne reichen von der Einführung einer Abgabe für Hundebesitzer wie in Zinnowitz, über eine ganzjährig hohe Kurtaxe ohne Winterrabatt wie in Binz bis zur Einführung einer Kurtaxe für Tagesgäste wie in Lubmin. Nach der Anerkennung Stralsunds als Erholungsort im Jahr 2016 diskutieren Fraktionen und Wirtschaft auch dort über die Einführung von Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgabe.

Ort

Kurtaxe/Tag

Kaiserbäder Usedom

3,00 *

Sellin

2,80

Zingst

2,80

Binz

2,60

Ahrenshoop

2,50

Göhren

2,45

Baabe

2,30

Warnemünde

2,25

Thiessow

2,20

Boltenhagen

2,10

Rerik

2,00

Kühlungsborn

2,00

Bad Doberan

2,00

Heiligendamm

2,00

Hiddensee

2,00

Wustrow

2,00

Prerow

2,00

Lubmin

1,70 *

Nienhagen

1,50

Middelhagen

1,15

Glowe

1,00

*für Übernachtungsgäste abweichend

Der Landes-Tourismusverband zeigte Verständnis für die Pläne der Gemeinden. Diese Abgaben seien europaweit Standard in Hauptstädten und Tourismusregionen. Eine Erhöhung sei dann gerechtfertigt und vermittelbar, wenn der Gast einen Mehrwert erhalte, sagte Verbandssprecher Tobias Woitendorf.

Dennoch wird das Thema in den sozialen Medien heiß diskutiert, wie die Einführung der Kurtaxe für Tagesgäste zum 1. Mai in Lubmin. Neben Abzocke-Vorwürfen und der Ankündigung, das Seebad künftig zu meiden, gab es aber auch Verständnis für den Schritt. „Wir wollen Übernachtungs- und Tagesgäste gleichbehandeln“, begründete Kurchefin Denise Johannßen die Einführung der Tages-Kurabgabe in Höhe von 1,70 Euro. Übernachtungsgäste müssen 1,60 Euro pro Tag berappen.

Zinnowitz auf Usedom erhofft sich durch die Erhöhung der Kurtaxe für die Touristen ab Mai von zwei auf 2,50 Euro und die Einführung einer Kurtaxe von zusätzlich 50 Cent für Hundebesitzer Mehreinnahmen von jährlich bis zu 450000 Euro. Die Einführung der Hunde-Kurtaxe begründete die Kurverwaltung damit, dass immer mehr Hunde in den Urlaub mitgenommen würden.

Auch Stralsund, das 2016 zum anerkannten Erholungsort ernannt wurde, will sich mit der Einführung von Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgabe neue Geldquellen erschließen. Der Chef des Wirtschaftsförder-Amtes, Peter Fürst, geht davon aus, dass ein Satzungsentwurf sowie eine Kalkulation zum Sommerbeginn den Ausschüssen der Bürgerschaft vorgelegt werden können. Binz, mit knapp 2,6 Millionen Übernachtungen Klassenprimus auf Rügen, will die bislang verringerte Winter-Kurtaxe in Höhe von 1,50 Euro streichen. Künftig zahlen Gäste dann ganzjährig 2,60 Euro pro Tag. Die Satzung muss noch von der Rechtsaufsicht genehmigt werden, wie Kurdirektor Kai Gardeja sagte. In Warnemünde (2,25 Euro), Bad Doberan/Heiligendamm (2,00), in Zingst (2,80) und Prerow (2,00) bleibt es bei den Tarifen des Vorjahres. Auch gelten in diesen Orten weiter niedrigere Winterpreise. Bad Doberans Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos) kritisierte allerdings die Pläne von Binz, die Kurtaxe jeweils auch auf die An- und Abreisetage zu erheben.

Um Transparenz im Kurtaxen-Wirrwarr zu schaffen, hatten die Orte des Verbandes „Mecklenburgische Ostseebäder“ beschlossen, ihre jeweiligen Kurkarten in den Nachbarorten gelten zu lassen. So müssen Gäste, die in Boltenhagen übernachten, bei einem Ausflug nach Kühlungsborn keine Tages-Kurtaxe entrichten.

Martina Rathke

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