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Traditions-Unternehmen Maplan beantragt Insolvenz

Schwerin Traditions-Unternehmen Maplan beantragt Insolvenz

Schweriner Maschinenbauer mit 230 Beschäftigen schreibt seit Jahren rote Zahlen / IG Metall wirft Eigentümern aus Österreich vor, die Firma vernachlässigt zu haben

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Blick auf das Firmengelände von Maplan in Schwerin. Das Maschinenbau-Unternehmen gilt als sehr angesehen. Fotos (3): Cornelius Kettler

Schwerin. Schwerer Schlag für den Industriestandort Schwerin: Der traditionsreiche Maschinenbauer Maplan hat Insolvenz angemeldet. Die Arbeit bei dem angesehenen Hersteller von Teilen für Kunststoffmaschinen werde uneingeschränkt fortgeführt, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Reinhold Schmid-Sperber gestern mit. Die Gehälter der 230 Beschäftigten sind bis zum 30. September durch das Insolvenzgeld gesichert. Schmid-Sperber will nun prüfen, ob das Unternehmen saniert oder an einen Investor verkauft wird.

Hans-Georg Frericks von der Schweriner IG Metall schätzt die Chancen für ein Überleben als sehr gut ein. Bei einer Betriebsversammlung habe gestern eine überwiegend zuversichtliche Stimmung geherrscht. Während der vorläufige Insolvenzverwalter noch keine Angaben für den Grund der Zahlungsunfähigkeit machen möchte, ist die Sache für Frericks klar: „Hier wurden in den letzten Jahren nur noch Löcher gestopft.“ Die Eigentümer der Firma, die Starlinger-Gruppe aus Österreich, habe kaum noch investiert. Als vor einem Jahr mit Rainer Pommerenke ein neuer Geschäftsführer kam, sei das Ausmaß des Investitionsstaus ans Licht gekommen. Die Belegschaft hofft nun auf neue Eigentümer, die bereit sind zu investieren.

Nach Angaben der Gewerkschaft verkaufte der Betrieb seine Produkte unter den Herstellungskosten an seine Abnehmer, darunter die Kunststoffsparte des Münchner Industrieunternehmens Krauss Maffei.

Maplan ist vor allem als Lohnhersteller tätig und entwickelt laut IG Metall keine eigenen Produkte. Als jetzt die Probleme bekannt wurden, erklärten sich Abnehmer bereit, 20 Prozent mehr zu zahlen, damit die Schweriner Firma bestehen bleibt. Maplan liefert auch Komponenten für den Schiffbau, für Windräder, Luftfahrt und den Kraftwerksbau. Der Dumping-Kurs blieb nicht folgenlos: Seit Jahren schreibt das Unternehmen rote Zahlen, 2013 lag das Minus bei 4,7 Millionen Euro, bei einem Umsatz von 19 Millionen.

Maplan wurde vor 40 Jahren in der DDR gegründet und hat einen guten Ruf. Auf seinen Anlagen können besonders große Werkstücke von bis zu 120 Tonnen bearbeitet werden. Der Betriebsratsvorsitzende Peter Moltzahn geht davon aus, dass es Stellenabbau geben wird.

Erste potenzielle Investoren sollen schon bereit stehen. Vom Land erhielt Maplan von 1993 bis 2008 12,3 Millionen Euro an Fördermitteln. Damit seien Investitionen von 74,5 Millionen Euro ausgelöst worden. Dass die Mitarbeiter so ruhig reagierten, hat laut Gewerkschafter Frericks einen Grund: Nach der Wende hatten sie schon mehrere Pleiten überlebt.

OZ

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