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Rostock Trend gegen Tradition

Sitzsäcke, Kubb und Wasserbomben: Momentan füllen Outdoor-Spielsachen die Kassen der Händler

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Der „HeliBall“ (l.) ist ein fliegender Plastikball, der einen Bewegungssensor hat und sich schwer fangen lässt. Neben ihm liegt der beliebte Wasserball „Waboba Pro“, der wie ein Flummi auf dem Wasser springt.

Rostock. Neuheiten gibt es auf dem Spielzeugmarkt jedes Jahr zuhauf. Die Verkaufsschlager aber sind oft andere. Darin sind sich die Spielwarenhändler in Mecklenburg-Vorpommern einig. „Das Spiel des Jahres einfach blind zu kaufen, ist nicht der richtige Weg“, sagt Gert Schöll von der Wismarer „Schatzinsel“. Auch Mike Saul, Inhaber des „Wupatki“ in Rostock, spricht sich gegen Trends aus und setzt auf das, was seine Kunden „wirklich glücklich macht“, wie er sagt. Das seien meist Dinge, die schon seit einigen Jahren gern aus den Regalen genommen werden.

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Sitzsäcke, Kubb und Wasserbomben: Momentan füllen Outdoor-Spielsachen die Kassen der Händler

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Laut Bundesverband der Spielwaren-Einzelhändler (BVS) in Köln haben die Deutschen im vergangenen Jahr knapp drei Milliarden Euro für Spielzeug ausgegeben, sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

Statistiken, die nur das Land Mecklenburg-Vorpommern betreffen, führt der Verband nicht. „Bei dem vielfältigen Sortiment ist es schwierig ein einziges Spielzeug als Trend auszumachen“, sagt Steffen Kahnt, stellvertretender Geschäftsführer des BVS. Das meiste Geld werde in Lego investiert - Tendenz weiter steigend. „Besonders beliebt waren dabei zuletzt die Star-Wars-Reihen“, so Kahnt weiter.

Aktuell und in den vergangenen Monaten drehte sich bei Spielwaren vieles um Fußball. Stärker als erwartet wurden Panini-Sammelbilder und Lego-Figuren der Fußballhelden gekauft. Momentan bringen laut Verband auch Outdoor-Spielzeuge viel Geld ein.

Das spielt besonders an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns eine große Rolle. Ein Trend, der sich bei „Wupatki“ in Rostock durchgesetzt hat, ist der mit Luft gefüllte Sitzsack „Lamzac“, der sich bequem auch mit zum Strand nehmen lässt. Das Prinzip: Einfach in den Wind halten und der Sitzsack ist bereit.„Wenn ich solche Trendartikel verkaufe, muss ich dahinterstehen und diese Teile sind echt witzig“, sagt Inhaber Mike Saul. Eigentlich seien Trends meistens unbrauchbare Dinge. Deshalb nimmt er kaum Trendspielzeug ins Sortiment auf. „Ich glaube, dass die Kunden damit nicht glücklich werden. 14 Tage später müssen sie das nächste Teil kaufen, weil das alte wieder aus der Mode ist“, erklärt er. Daher orientiere er sich an Dingen, die sinnvoll oder besonders sind, wie die „Intelligente Knete“, die fester und strapazierfähiger ist als die normale. Mit dem „Heliball“, einem fliegenden Ball mit Bewegungssensor, hat der Händler aber auch mal eine Ausnahme gemacht.

Bei „Flax und Krümel“ in Greifswald sind die „Bunch O’ Balloons“, Wasserbomben im Hunderterpack, aktuell beliebt, verrät Inhaberin Jenny Krohn. Diese wurden Anfang des Jahres auf der Nürnberger Spielwarenmesse vorgestellt. Viele Trends liegen bei Jenny Krohn aber nicht im Regal. „Es kommt mehr darauf an, was die Kunden jetzt im Moment wollen“, sagt sie. Im Sommer sei das eben hauptsächlich Spielzeug für den Strand oder den Wald.

Die Wasserbomben verkauft auch Gert Schöll in der Wismarer „Schatzinsel“. „Lego geht natürlich immer“, berichtet er. Der Spielzeughersteller punktet gerade mit der„Ninjago“-Reihe, als Figuren, Sammelkarten oder Onlinespiele. Ein Trend, der sich zudem über die Jahre behaupten konnte, ist Kubb, so Schöll. Der Wikingerschach ist an der Küste weiter beliebt.

Fachhandel bleibt vorn

Die Nürnberger Spielwarenmesse und auch die „Spielidee“ in der Rostocker Messehalle sind ein Schlaraffenland für Innovation und Spielwarentrends. Mehr als 75000 Neuheiten wurden in diesem Jahr dort vorgestellt.

Die meisten Spielzeuge werden laut BVS für Kleinkinder gekauft (19,6 Prozent), darunter hauptsächlich Holzspielzeug oder Plüschtiere. Danach folgen Bausätze mit 18,2 Prozent sowie Spiele und Puzzles mit 12 Prozent.

Im Fachhandel wird am häufigsten Spielzeug gekauft (35 Prozent). Dicht dahinter liegt mittlerweile der Online-Handel mit 32 Prozent. An dritter Stelle ist der Verbrauchermarkt (14 Prozent).

Luise Fröhlich

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