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Trotz Kaufprämie: Absatz von E-Autos schwächelt

Rostock/Eschborn Trotz Kaufprämie: Absatz von E-Autos schwächelt

In MV erst Zulagen für zwölf Fahrzeuge beantragt / Ladestellen sollen ausgebaut werden

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Eine E-Tanksäule steht am Kirchplatz in Warnemünde.

Quelle: F. Söllner

Rostock/Eschborn. Noch sind Elektro-Autos die Exoten auf den Straßen des Nordostens. Das soll sich nach dem Willen der Bundes- und der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern jedoch bald ändern. Prämien und Kampagnen könnten den Verkauf der E-Autos ankurbeln – bislang allerdings mit mäßigem Erfolg. So ist die Kaufprämie des Bundes für E-Autos in MV erst zwölfmal beantragt worden: für sieben reine Elektro-Autos und fünf sogenannte Plug-In-Hybride, teilt das Schweriner Energieministerium mit.

Geringe Nachfrage

180 E-Autos sowie 2000 Hybridautos, die per Stecker geladen werden und einen ergänzenden Verbrennungsmotor haben, sind in MV gegenwärtig unterwegs (Stand 1. Januar 2016) – eine verschwindend geringe Anzahl bei 833000 Pkw insgesamt.

Auch bundesweit sind einen Monat nach Start des Angebots beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa/Eschborn) nur knapp 1800 Anträge eingegangen. Demnach wurden aus dem Topf, der mit 1,2 Milliarden Euro gefüllt ist, bisher erst rund 6,6 Millionen Euro angefordert. Für reine E-Autos gibt es eine Prämie von 4000 Euro, für Hybridautos mit ergänzendem Verbrennungsmotor 3000 Euro.

Die Akzeptanz von E-Autos wird durch die oft fehlenden Lade-Möglichkeiten erschwert. Diese Frage sei eine „zentrale Klippe beim Ausbau der E-Mobilität“, so der Sprecher des Schweriner Energieministeriums, Steffen Wehner. In MV gebe es – geschätzt – derzeit rund 300 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Gerade in einem Flächenland könne man daher teils noch keine Elektrofahrzeuge nutzen, da deren Reichweiten begrenzter sind als bei herkömmlichen Antriebsarten.

In Städten ist man oft schon weiter. Etwa in Rostock. Dort nutzen beispielsweise die Mitarbeiter der kommunalen Wohnungsgesellschaft Wiro derzeit vier Elektroautos sowie 19 Pedelecs (Fahrräder mit Elektrounterstützung). Bei Bedarf soll die Flotte ausgebaut werden. „Der Elektromobilität gehört die Zukunft“, sagt Wiro-Sprecherin Dagmar Horning. Bislang habe man mit den E-Fahrzeugen „nur positive Erfahrungen“ gemacht. Sie seien nicht nur „umweltfreundlich und sparsam“, sondern bewegten sich auch „geräuschlos im städtischen Straßenverkehr“ und senkten somit den Lärmpegel.

An den Autobahnen rüstet der Bund derzeit Tankstellen und Raststätten mit Schnellladesäulen aus. „In kurzer Zeit wird entlang der A 20 jede Tank- und Rastanlage mit einer solchen Säule versehen sein“, erklärt Wehner. Auf dem Autohof Dreenkrögen bei Wismar verfolgt zudem das Land ein Pilotprojekt zum Schnellladen.

Denn bei den Ladegeschwindigkeiten ist noch Luft nach oben. Nicht immer können E-Fahrzeugnutzer ihr Vehikel über Nacht zu Hause an die Stromquelle hängen. Und wer unterwegs Strom tankt, will nicht stundenlang warten müssen. So dauert es nach Medienberichten beim weltweit meistverkauften E-Auto, dem Nissan Leaf, rund acht Stunden bis zur Vollladung. Nur durch eine Zusatzinvestition von rund 1000 Euro kann entsprechende Technik die Zwangspause auf die Hälfte reduzieren.

Ein dichtes Netz aus E-Tankstellen soll auf Usedom geknüpft werden. Dafür will die Energiegenossenschaft Inselwerke in den kommenden Jahren 48 Anlagen einrichten. Das Energieministerium fördert die Investition von 175000 Euro mit knapp 105000 Euro.

Axel Meyer

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