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Trotz Pleite: Leibold-Familie verdient weiter mit Pellets

Wismar/Leipzig Trotz Pleite: Leibold-Familie verdient weiter mit Pellets

Eigenständige Werke in Sachsen-Anhalt laufen auf Hochbetrieb / Unternehmer verklagt Firmenchef wegen offener Rechnungen

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Klaus Grotheer-Weber

Quelle: Achim Produkt.

Wismar. Trotz der Insolvenz verdient die Familie von German-Pellets-Chef Peter Leibold offenbar weiter Geld mit den Holzpellets. Während die 650 Mitarbeiter in Wismar und an anderen Standorten um ihre Zukunft bangen und Anleger ihr Geld wohl abschreiben können, ist Leibolds Tochter Kathrin Wiedmer Geschäftsführerin der Mitteldeutsche Pellet Vertrieb (MPV) mit Sitz in Leipzig.

Die MPV vertreibt exklusiv Pellets aus drei Werken in Sachsen-Anhalt und Sachsen, die früher von German Pellets verwaltet wurden, jetzt aber eigenständig seien, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung.

MPV wurde erst am 15. Dezember 2015 gegründet, als German Pellets wohl schon in erheblicher Schieflage war.

Laut Bericht läuft die Produktion der Pellet-Werke in Osterfeld und Oranienbaum (Sachsen-Anhalt) sowie in Löbau (Sachsen) auf Hochtouren. Über die Weihnachtstage habe die Fertigung wegen fehlender Rohstoffe zwar kurzfristig geruht, seit Mitte Januar würden die Werke aber wieder Volllast fahren. Im Stammwerk Wismar stehen die Maschinen dagegen still.

Unterdessen hat sich bei der OSTSEE-ZEITUNG erstmals ein Unternehmer gemeldet, der von der Insolvenz bei German Pellets in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Achim Productions Messeservice hat nach Angaben von Geschäftsführer Klaus Grotheer-Weber jahrelang Messeauftritte für German Pellets und die ebenfalls insolvente Tochter Kago organisiert. Alleine für den Ofenbauer Kago seien es pro Jahr rund 50 Messen gewesen, zuletzt im Dezember 2015. „Im September wurde die letzte Rechnung bezahlt, inzwischen sind 75 000 Euro offen“, sagte Grotheer-Weber der OZ. „So einen Betrag stecken wir nicht einfach so weg.“ Die vorläufige Insolvenzverwalterin bei German Pellets, Bettina Schmudde, rede immer nur davon, wie die rund 10 000 Anleger entschädigt werden könnten. „Für uns fühlt sich offenbar niemand verantwortlich.“

Grotheer-Weber hat nach eigenen Angaben Anzeige gegen German-Pellets- und Kago-Geschäftsführer Peter Leibold wegen Betruges und Insolvenzverschleppung gestellt. Kago habe ihn noch im Dezember für eine Messe beauftragt. „Weil der Auftritt nicht bezahlt wurde, haben die Messeveranstalter die Ausstellungsstücke mit Hilfe der Polizei beschlagnahmen lassen“, berichtet Grotheer-Weber.

Axel Büssem

 



OZ

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