Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft US-Behörden geben Druck auf Apple im iPhone-Streit auf
Nachrichten Wirtschaft US-Behörden geben Druck auf Apple im iPhone-Streit auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:14 23.04.2016
Anzeige
New York

US-Behörden sind auch in einem zweiten vielbeachteten Streitfall ohne Hilfe von Apple an Daten in einem iPhone gekommen und geben den Druck auf den Konzern auf.

Diesmal mussten die Ermittler nicht einmal zu Hacker-Methoden greifen, denn jemand gab ihnen einfach den Zugangscode, wie aus Gerichtsunterlagen von Freitag hervorgeht. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ gab in dem Verfahren in New York der Angeklagte selbst die Zahlenkombination preis. Zuvor hatte er behauptet, er habe sie vergessen.

Damit kam die US-Regierung auch in einem zweiten Gerichtsverfahren nicht dazu, Apple zur Hilfe beim Aufknacken eines iPhones zu zwingen. Der Konzern hatte seinen Widerstand auch damit begründet, dass die Ermittler als rechtliche Grundlage ein Gesetz aus dem Jahre 1789 nutzten, das Richtern grundsätzlich erlaubt, alle nötigen Maßnahmen zur Durchsetzung des Rechts anzuordnen. Apple warnte, ein solcher Präzedenzfall könne die Tür für weitreichende Überwachung öffnen. Der Richter in New York stellte sich auf die Seite des Konzerns.

Die Regierungsseite wollte die Entscheidung des New Yorker Richters kippen. Mit dem Ende des Verfahrens bleibt die im Raum stehen. Apple hatte bereits vergangene Woche eine Einstellung gefordert - die Ermittler hätten nicht nachgewiesen, dass sie alle Möglichkeiten zum Knacken des iPhones ohne Hilfe des Konzerns ausgeschöpft hätten.

Zuvor war das FBI in einem Fall in Kalifornien bereits ohne Apples Hilfe an Daten in einem iPhone gekommen, weil die Ermittler externe Unterstützung bekamen. Laut Medienberichten kauften sie eine Methode, mit der ein iPhone 5c dank einer Schwachstelle geknackt werden kann. Es gibt aber noch weitere ähnliche Verfahren - und bei den Ermittlern liegen Dutzende verschlüsselte iPhones, auf die sie nicht zugreifen können. Im Gespräch ist ein Gesetz, mit dem ein Zugang für Behörden zu verschlüsselten Informationen geregelt werden soll. Auch Apple beharrt auf einer Klärung des Streits um Verschlüsselung im Kongress.

Eine Sprecherin des Justizministeriums erklärte dem Finanzdienst Bloomberg, der Regierungsseite gehe es nicht um einen Präzedenzfall. Apple wollte die Entwicklung zunächst nicht kommentieren.

dpa

Mehr zum Thema

Der US-Telekom-Riese Verizon hat einem Pressebericht zufolge im Bieterwettstreit um Yahoo die Nase vorn.

19.04.2016

Die Bieter für Yahoo wissen jetzt ein Stück besser, worauf sie sich einlassen: Zu Jahresbeginn gab es einen deutlichen Umsatzrückgang und einen hohen Verlust. Der Web-Pionier bekommt sein Werbegeschäft nicht in Schwung.

20.04.2016

Das EU-Parlament hat den Weg für ein EU-weit geltendes Datenschutzrecht frei gemacht. Das soll sowohl Privatleute als auch Unternehmen besser schützen. Doch bis zum endgültigen Inkrafttreten steht noch viel Arbeit an.

28.04.2016

Ein Gremium von Arbeitgebern und Gewerkschaftern berät über die künftige Höhe des Mindestlohns. Auswirkungen hat die Entscheidung auch auf die Rentenaussichten.

23.04.2016

. Wegen Warnstreiks an mehreren deutschen Flughäfen müssen Reisende am kommenden Mittwoch mit starken Verzögerungen und massiven Flugausfällen rechnen.

23.04.2016

. Eine Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens Ende 2017 wird immer unsicherer.

23.04.2016
Anzeige