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US-Tochter hält Deutsche Telekom in Schwung

Nettogewinn: 3,1 Mrd. Euro US-Tochter hält Deutsche Telekom in Schwung

Die Deutsche Telekom lässt sich weiter von ihrer Mobilfunktochter in den USA verwöhnen. Während in Europa und Deutschland Umsätze und Gewinne leicht schrumpfen, bügeln die Ergebnisse aus Übersee die Delle locker aus.

Bonn. Die US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom bleibt die Trumpfkarte in der Hand von Vorstandschef Tim Höttges. Das starke Wachstum bei Kunden, Umsatz und Gewinn in Übersee treibt auch die Geschäfte des Bonner Mutterkonzerns an und bügelt Dellen im Inland und in Europa aus.

In den ersten drei Quartalen kletterten die Erlöse um 4,2 Prozent auf 53,6 Milliarden Euro, teilte der Branchenprimus am Donnerstag in einem Zwischenbericht mit. Der Nettogewinn, bereinigt um Sondereffekte, blieb mit 3,1 Milliarden Euro stabil.

Höttges zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung der Geschäfte. Vor allem in den USA sei es für die Telekom „hervorragend“ gelaufen. Mit 6 Millionen Neukunden in diesem Jahr, die den Bestand bis Ende September auf 69 Millionen ansteigen ließen, habe T-Mobile US starke Zahlen hingelegt. Dabei steuerte die Tochterfirma, die die Telekom vor wenigen Jahren eigentlich verkaufen wollte, rund 45 Prozent zum Umsatz und 38 Prozent zum operativen Ergebnis bei.

Die Strategie der Telekom in den USA bleibe unverändert, betonte Höttges. Er sehe keinen Druck und keine Notwendigkeit, sich von dem Unternehmen zu trennen - wollte die Konzernperle aber auch nicht als unverkäuflich darstellen. Hinter Verizon und AT&T bleibt T-Mobile US trotz des Wachstums mit deutlichem Abstand die Nummer drei.

Im Breitband-Geschäft in Deutschland sieht Höttges die Telekom unterdessen weiter auf Kurs. Kein Unternehmen investiere so viel Geld in den Ausbau schneller Netze - 20 Prozent vom Umsatz. Über 6 Millionen schnelle Internet-Anschlüsse verzeichnete das Unternehmen am Ende des dritten Quartals. Das sei der größte Bestand an Glasfaser-Anschlüssen aller europäischen Netzbetreiber.

Der Konzern rechnet dazu allerdings auch Kundenanschlüsse auf Basis der Vectoring-Technik. Diese reichen nicht direkt bis ans Haus, sondern nur bis zu den grauen Verteilerkästen am Straßenrand. „Wir bauen bedarfsgerecht und zukunftsgerichtet aus“, unterstrich Höttges. Rund 25 Millionen Haushalte hätten bereits Zugang zu den schnellen Netzen der Telekom oder nutzten sie bereits. Im vierten Quartal kämen noch einmal 2,7 Millionen hinzu.

Inzwischen erreichten die Glasfasernetze eine Länge von 400 000 Kilometern. Pro Jahr kämen 30 000 Kilometer hinzu. Nicht ausschließen wollte der Telekom-Chef, dass das von der Bundesregierung angepeilte Ziel, bis 2018 jeden Haushalt in Deutschland mit einem 50-Megabit-Anschluss zu versorgen, nicht ganz erreicht werden könnte. Dafür machte er vor allem die lange Vectoring-Entscheidung verantwortlich. Hintergrund ist der Streit mit den Konkurrenten, die auf direkte Glasfaseranschlüsse setzen und befürchten, aus dem Markt gedrängt zu werden.

dpa

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