Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft USA: VW-Manager zu Höchststrafe verurteilt
Nachrichten Wirtschaft USA: VW-Manager zu Höchststrafe verurteilt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 08.12.2017

Mit sieben Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 400000 Dollar (338000 Euro) muss der frühere VW-Manager Oliver Schmidt in den USA für seine Rolle im Abgas-Skandal büßen. Richter Sean Cox verurteilte ihn am Mittwochnachmittag (Ortszeit) in Detroit wegen Verschwörung zum Betrug und Verstoßes gegen Umweltgesetze. Dabei schöpfte das Gericht das volle Strafmaß aus. Schmidt saß bereits seit Jahresbeginn in Untersuchungshaft. Er war zuvor von FBI-Agenten vor dem Rückflug aus einem Winterurlaub nach Deutschland in Miami festgenommen worden und ist nun der zweite langjährige VW-Mitarbeiter, der in den USA eine harte Strafe erhält. In seiner damaligen Leitungsfunktion für Umweltfragen in den USA zwischen Februar 2012 und März 2015 hat sich Schmidt nach Überzeugung des Gerichts der Vergehen schuldig gemacht. Sein Anwalt hatte auf eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und vier Monaten sowie eine Geldstrafe von 100 000 Dollar plädiert.

Ex-Manager Schmidt Quelle: Foto: Dpa

Schmidt hatte seine Mittäterschaft rund um „Dieselgate“ zunächst abgestritten. Im August bekannte sich der 48-Jährige jedoch schuldig und ging einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ein. Dadurch wurden mehrere Anklagepunkte gestrichen, das Strafmaß hätte für ihn sonst noch höher ausfallen können. Ein Antrag auf Kaution wurde abgelehnt. Vor Schmidt wurde der VW-Ingenieur James Liang verurteilt. Er hatte als Kronzeuge mit den Ermittlern kooperiert.

Auch Liangs Strafe war mit drei Jahren und vier Monaten Gefängnis sowie 200000 Dollar Geldstrafe überraschend hart. Insgesamt sind mit der Abgas-Affäre in den USA bislang Anzeigen gegen acht amtierende und frühere Mitarbeiter des VW-Konzerns vom Justizministerium öffentlich gemacht worden.

Der Wolfsburger Autobauer hatte im September 2015 nach Vorwürfen der US-Umweltbehörden und Recherchen von Wissenschaftlern eingeräumt, mit einer speziellen Software in großem Stil Abgastests manipuliert zu haben. Die rechtlichen Konsequenzen auf Konzernebene sind durch Vergleiche mit Klägern in Nordamerika, für die VW inzwischen mehr als 25 Milliarden Euro an Kosten für Strafen und Entschädigungen verbucht hat, großteils abgeschlossen.

Hannes Breustedt

Mehr zum Thema

Sewan Latchinian, Ex-Intendant am Volkstheater Rostock, über den Umgang mit seiner Person und die Situation in der Hansestadt.

05.12.2017

Werner Buchholz, Professor für Pommersche Geschichte an der Universität Greifswald, spricht im Interview über die Streichungen aus Arndt-Texten im Sozialismus. Entscheidet der Senat noch im Dezember über die Ablegung des Namens Ernst Moritz Arndt?

07.12.2017

Nach der Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt durch die USA fluchen die Palästinenser - die Israelis zeigen Genugtuung. Die Heilige Stadt war immer schon der sensibelste Punkt im Streit zwischen beiden Völkern.

07.12.2017

Pro-Kopf-Arbeitszeit im Westen geringer / Spitzenwerte am Bau

08.12.2017

. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit um ähnliche Schriftzüge hat sich Coca-Cola vor dem EU-Gericht gegen einen syrischen Getränkehersteller durchgesetzt.

08.12.2017

Erlebnishof legt riesige Plantage in Sachsen-Anhalt an / Interesse auch in MV

08.12.2017
Anzeige