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Urlaubsland Bulgarien hofft auf Rekordjahr

Sofia Urlaubsland Bulgarien hofft auf Rekordjahr

Ägypten, Tunesien und Nizza: Der Terror verunsichert viele Urlauber. Dazu kommen Putschversuch und Ausnahmezustand in der Türkei. Das als sicher gelobte Schwarzmeerland Bulgarien erwartet nun eine Supersaison 2016.

Sofia. Dank sicherer Lage und günstigen Preisen hofft Bulgarien auf eine rekordverdächtige Sommersaison. „Wir hatten das beste Halbjahr seit der politischen Wende 1990“, sagte Tourismusministerin Nikolina Angelkowa in Sofia. Ein Grund sei der große Zuwachs bei Urlaubern aus Deutschland.

Allein im Juni reisten mehr als 120 000 Deutsche in das Schwarzmeerland, ein Plus von 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im gesamten Jahr 2015 waren es gut 825 000 Touristen aus Deutschland gewesen.

Eine der wichtigsten Urlaubshochburgen ist die Bucht von Burgas am Schwarzen Meer, rund um die viertgrößte Stadt Bulgariens. Die Region ist vor allem bei jüngeren Leuten als günstiger Gegenentwurf zu Ibiza beliebt. Denn Orte wie Slantschew Brjag (Sonnenstrand) locken mit vielen Clubs und Discos sowie im EU-Vergleich sehr niedrigen Preisen für Bier und Spirituosen.

Eine wichtige Rolle spielen auch russische Urlauber, die sich aufgrund der ähnlichen Sprache und der gemeinsamen orthodoxen Religion eng mit Bulgarien verbunden fühlen. „Wir haben die russischen Touristen zurückgeholt“, meinte Angelkowa. Im Mai stieg die Zahl der russischen Urlauber um gut ein Fünftel im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Das hatte auch politische Gründe: angesichts der monatelangen politischen Spannungen zwischen Moskau und Ankara war die Türkei bis vor kurzem als Urlaubsort weggebrochen. Und auch das beliebte Ziel Ägypten hat seit dem Anschlag auf ein russisches Passagierflugzeug über dem Sinai deutlich an Zugkraft verloren.

„Ich hoffe, dass wir mit diesem Tempo weitermachen, so dass wir das erfolgreichste Jahr für den bulgarischen Tourismus verzeichnen können“, sagte Ministerin Angelkowa. 2015 hatte Bulgarien etwa 7,1 Millionen Feriengäste aus dem Ausland gezählt - das entspricht etwa einem Touristen je Einwohner. Im ersten Halbjahr 2016 kamen rund 3,1 Millionen Urlauber.

Tourismus ist ein wichtiger Faktor im ärmsten Land der Europäischen Union: Der Fremdenverkehr steuert 13 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei. Die Einnahmen beliefen sich 2015 auf 10,5 Milliarden Lewa (5,36 Mrd Euro). Die Branche beschäftigt 338 000 Menschen.

Außer Partygästen setzt Bulgarien, das bereits vor der politischen Wende ein beliebtes Badeziel im einstigen Ostblock war, auch auf anspruchsvolle Touristen. Mit archäologischen Sehenswürdigkeiten, Skiorten und Wellnesszentren will das Land zum Ganzjahres-Reiseziel werden.

dpa

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