Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft VDA-Chef sieht Zukunft für Diesel
Nachrichten Wirtschaft VDA-Chef sieht Zukunft für Diesel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:34 06.05.2018
Warnt vor einer Politik gegen den Diesel: VDA-Präsident Bernhard Mattes. Quelle: Bernd von Jutrczenka
Dresden

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnt vor einer Politik gegen den Diesel. „Jeder, der etwas vom Thema versteht, weiß: der moderne Diesel ist Teil der Lösung und nicht des Problems“, sagte dessen neuer Präsident Bernhard Mattes bei der ADAC Hauptversammlung in Dresden.

Der Diesel-Antrieb helfe bei der Erreichung der Klimaschutzziele. „Die CO2-Emissionen liegen um bis zu 15 Prozent unter denen eines vergleichbaren Benziners, daher führt ein sinkender Diesel-Ausstoß zu höherem CO2-Ausstoß“, erklärte er. „Würden alle neu zugelassenen Diesel-Pkw in Deutschland durch Benziner im gleichen Segment ersetzt, läge der Flottenausstoß um etwa fünf Prozent höher.“

Vor diesem Hintergrund mahnte Mattes zur Versachlichung der Debatte und kritisierte die pauschale Verurteilung der Branche im Zuge des Abgasskandals. „Sie ist nicht gerechtfertigt, die Fakten fordern Differenzierung, nicht zuletzt im Interesse der mehr als 800 000 Beschäftigten bei Herstellern und Zulieferern, die jeden Tag gute und ehrliche Arbeit leisten“, forderte Mattes. „Wir bedauern, dass solche gravierenden Fehler gemacht wurden.“

Das durch die Manipulation bei Diesel-Fahrzeugen verlorene Vertrauen in „diese moderne Spitzentechnologie“ solle zurück gewonnen werden. Laut Mattes stehen die deutschen Hersteller zu ihren Zusagen vom Dieselgipfel 2017. Aber auch Auto-Importeure müssten ihren Beitrag leisten, verlangte er. Sonst bleibe ein Drittel des Diesel-Markts in Deutschland bei der Finanzierung von Maßnahmen zur Luftreinhaltung in Städten außen vor.

Forderungen nach Hardware-Nachrüstung von Dieselfahrzeugen erteilte Mattes abermals eine Absage. „Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass dies der falsche Weg wäre.“ Die Umsetzung würde zu lange dauern, die Luftqualität kurzfristig nicht verbessern und sei mit mehr Verbrauch und CO2-Emissionen verbunden. Angesichts der Tatsache, dass künftig konventionelle Motoren klimaneutral mit E-Fuels aus erneuerbaren Quellen betrieben werden, „gibt es keinen Anlass für einen Abgesang auf den Verbrennungsmotor insgesamt“.

In Sachen Elektromobilität sieht Mattes die deutsche Autobranche sehr gut aufgestellt. Bis 2020 werde die Palette der E-Auto-Modelle auf rund 100 verdreifacht, die Hersteller planten Investitionen von 40 Milliarden Euro in diesem Bereich. „Eine Herausforderung ist und bleibt aber die Ladeinfrastruktur.“ Bundesweit gebe es rund 11 000 öffentlich zugängliche Ladepunkte, davon 560 zur Schnellladung. Er forderte die Bundesregierung auf, ihr Ziel, bis 2020 mindestens 100 000 Ladepunkte zusätzlich verfügbar zu machen, rasch anzugehen.

dpa

Mehr zum Thema

Über das Design der Mercedes B-Klasse lässt sich streiten. In puncto Leistung und Qualität sind sich die Experten jedoch einig: Der Senior ist auch noch in älteren Generationen topfit.

02.05.2018

Fehlt die Kabeltrommel, ist das auf dem Campingplatz ärgerlich, aber ein lösbares Problem. Sind aber Fensterdichtungen porös, der Gasherd kaputt oder gar die HU abgelaufen, ist das folgenreicher. Tipps für einen erfolgreichen Saisonstart mit dem Reisemobil.

02.05.2018

Darf es auch etwas schneller sein? Mit dem Tuning von E-Bikes lassen sich die meist auf Tempo 25 gedrosselten Elektromotoren überlisten und das Rad fährt flotter. Experten warnen vor den Gefahren. Aber kann die Polizei frisierte E-Bikes bereits erkennen?

03.05.2018
Wirtschaft Verdacht auf Steuerhinterziehung - Finanzbehörden prüfen Airbnb-Vermieter

Die Übernachtungsplattform Airbnb erfreut sich größer Beliebtheit – auch immer mehr professionelle Vermieter mischen sich unter die privaten Anbieter. Die deutschen Finanzbehörden interessiert nun, wie ernst die Vermieter es mit der Versteuerung der Mieteinnahmen nehmen.

05.05.2018

Die Zahl der Menschen mit mehreren Jobs steigt immer weiter an. 2016 gab es bundesweit 3,13 Millionen Mehrfachbeschäftigte, im vergangenen Jahr waren es 3,26 Millionen.

06.05.2018

Nach jahrelangen roten Zahlen meldete die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin im Oktober 2017 Insolvenz an – ein Schock für die rund 8000 Mitarbeiter. Mittlerweile haben aber bereits über 3000 von ihnen einen neuen Job gefunden.

05.05.2018