Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft VW-Personalchef: Durch E-Autos weniger Jobs im Autobau
Nachrichten Wirtschaft VW-Personalchef: Durch E-Autos weniger Jobs im Autobau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:42 11.02.2017
Karlheinz Blessing bei der Bilanzpressekonferenz der Volkswagen AG im April 2016. Quelle: Sebastian Gollnow
Anzeige
Wolfsburg

Ein steigender Anteil von Elektroautos wird laut VW-Personalvorstand Karlheinz Blessing voraussichtlich Jobs in den Fabrikhallen der Autohersteller kosten.

„Ich glaube, dass im Zeitalter von Elektromobilität und Digitalisierung weniger Leute mit dem Autobau beschäftigt sein werden“, sagte Blessing im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur und dpa-AFX. Gleichzeitig kämen neue Aufgaben hinzu - unterm Strich sei es aber wahrscheinlich, dass die Zahl der Beschäftigten in der gesamten Branche und auch bei VW sinke.

„Legen Sie mal einen Elektromotor neben einen hochkomplexen Verbrenner“, erklärte Blessing. „Dann sehen Sie: Einen Elektromotor zu bauen, erfordert deutlich weniger Aufwand.“ Ähnlich hatte sich zuletzt auch schon Daimler-Chef Dieter Zetsche geäußert. Zetsche hatte einen Jobabbau in der Motorenfertigung angekündigt und damit Arbeitnehmervertreter in Stuttgart aufgeschreckt.

Vor allem der Anteil von Software und Elektronik im Auto sorgt allerdings zumindest in diesen Bereichen für einen höheren Bedarf an Fachkräften in der Autobranche. „Wir finden unsere Experten nicht nur in Deutschland, sondern weltweit“, sagte Blessing. „Wolfsburg soll ein Magnet für Hightech- und IT-Experten werden. Wir wollen Wolfsburg zur Modellstadt für Digitalisierung und Elektromobilität machen.“

Im sogenannten Zukunftspakt zwischen Management und Betriebsrat will VW die Umwälzungen in der Branche für die Mitarbeiter abfedern. Bis zu 23.000 Jobs werden an den deutschen VW-Standorten bis zum Jahr 2025 gestrichen, bis zu 30.000 weltweit. Betriebsbedingte Kündigungen soll es aber nicht geben. Zudem werden 9000 Stellen etwa für Software-Entwickler geschaffen - per Saldo verringert sich der Abbau in Deutschland so auf 14.000 Arbeitsplätze.

Hinzu kommen Beschäftigungsgarantien bis Ende 2025. Der genaue Umfang der Kürzungen ist aus heutiger Sicht noch unklar - ebenso die Verteilung auf die Standorte. Viele Leiharbeitnehmer müssen gehen.

In dem Pakt spiegelt sich auch der nötige Umbau von Volkswagen in Richtung Elektromobilität, Digitalisierung und Dienstleistungen wider. Er ist mit Blick darauf vorrangig eine Regelung für die sechs westdeutschen VW-Werke (Wolfsburg, Emden, Hannover, Salzgitter, Braunschweig, Kassel) sowie VW in Sachsen.

Unter anderem wird bei VW auch eine eigene Batteriezellfertigung diskutiert. Blessing sagt dazu: „Eine große Batteriefabrik kostet viel Geld, und sie schafft nicht unbedingt viele Arbeitsplätze. Trotzdem prüfen wir das Thema intensiv.“

dpa

Mehr zum Thema

Ins Segment der Kleinwagen kommt Bewegung: VW bereitet einen neuen Polo vor, Seat schickt den nächsten Ibiza ins Rennen und bei Ford läuft sich ein frischer Fiesta warm. Doch Kia lässt sich davon nicht schrecken und kontert mit einem neuen Rio.

08.02.2017

Wenige Monate nach dem mühsam ausgehandelten Sparprogramm bei der VW-Kernmarke schlägt der Betriebsrat Alarm. Droht der „Zukunftspakt“ bald wieder zur Vergangenheit zu gehören? Als wäre all dies nicht schon genug Konfliktstoff, meldet sich auch noch ein alter Bekannter.

09.02.2017
Auto und Verkehr «Nicht nur für DDR-Nostalgiker» - Russlands Lada sucht Weg aus Krise

Wie kaum ein Autobauer in Russland kämpft Marktführer Lada mit der Krise. Der Konzern Renault und ein Manager aus Frankreich wollen die russische Traditionsmarke wieder auf Erfolgskurs bringen. Auch in Deutschland hat Lada Pläne.

10.02.2017

US-Präsident Donald Trump hat bei seiner geplanten Deregulierung der Banken bald einen einflussreichen Gegner weniger.

11.02.2017

Bundesministerin soll Dialogtour im Norden starten

11.02.2017

Ryanair, Eurowings & Co. machen mobil / Letzte Bastionen der Linien-Jets fallen / Platzhirsch Lufthansa nervös

11.02.2017
Anzeige