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Wirtschaft VW lenkt im Streit über Diesel-Nachrüstungen ein
Nachrichten Wirtschaft VW lenkt im Streit über Diesel-Nachrüstungen ein
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00:00 28.09.2018
Ein Kfz-Meister lädt ein Software-Update auf einen Volkswagen Amarok. Künftig soll die Hardware umgerüstet werden. Quelle: Foto: Stratenschulte/dpa
Berlin/Wolfsburg

Volkswagen hat in der Dieselkrise bei Verhandlungen mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) als erster Autokonzern konkrete Zusagen gemacht.

Konzernchef Herbert Diess versprach laut dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“, sich an möglichen technischen Nachrüstungen von älteren Dieselautos finanziell zu beteiligen. Außerdem wolle VW ein großes Umtauschprogramm für Autos der Schadstoffklassen Euro 4 und 5 auflegen. Ein Sprecher Scheuers wollte das nicht kommentieren. Aus VW-Konzernkreisen hieß es dagegen noch, man arbeite an „konkreten Lösungen“. VW sei an einer sinnvollen Lösung interessiert, um Fahrverbote zu vermeiden. Es komme nun darauf an, welche gemeinsame Position die Bundesregierung einnehme. Diese werde dann von VW bewertet. Es gebe noch keine festen Zusagen.

Die Position der Autoindustrie war bisher, dass Hardware-Nachrüstungen zu aufwendig und teuer seien. Daher lehnten die Hersteller diese Umbauten am Motor ab. Beim Einbau von Stickoxid-Katalysatoren bestand Diess laut „Spiegel“ jedoch mit Blick auf die Aktionäre seines Unternehmens darauf, nur 80 Prozent der Kosten der Nachrüstung zu übernehmen. Diese liegen pro Fahrzeug bei durchschnittlich etwa 3000 Euro. Damit lehnt er den Plan Scheuers ab, dass die Hersteller die gesamten Kosten tragen sollen.

Scheuer verhandelt mit den drei großen deutschen Herstellern Volkswagen, Daimler und BMW über ein Maßnahmen-Paket, um Diesel-Fahrverbote in Städten zu verhindern. Heute will sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu mit mehreren Fachministern treffen. Die Bundesregierung ringt seit langem um eine gemeinsame Linie in der Dieselkrise. Im Kern geht es bei dem Paket um ein mögliches Programm zum Rückkauf älterer Diesel durch Hersteller, höhere Prämien für Autobesitzer, die alte Diesel abgeben und neue Wagen kaufen, sowie Umbauten am Motor.

Die Bundes-Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) warnt indes vor dem heutigen Dieselgipfel vor überzogenen Erwartungen an Umstiegs-Prämien der Hersteller. „Es kann sein, dass der neue Euro-6-Diesel auf der Straße auch nicht weniger Stickoxide ausstößt als der zurückgegebene Euro-4- oder Euro-5-Diesel“, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), zu dem auch die OSTSEE-ZEITUNG gehört.

Auf der sichereren Seite, was den Schutz vor Fahrverboten angeht, sei man nur mit dem neuesten Standard Euro6d, der auch auf der Straße sauber ist, sagte Schulze. „Aber was mich vor allem stört, ist, dass sich nicht jeder einfach so ein neues Auto leisten kann. Darum müssen Nachrüstungen zwingend Teil der Lösung sein.“

Die Umweltministerin sagte, Nachrüstungen seien „die mit Abstand wirksamste Maßnahme“, um die Luft zu verbessern: „Darum brauchen wir schnell die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen dafür. Ich freue mich, dass der Verkehrsminister sich in diesen Fragen jetzt bewegt.“

Dass Nachrüstungen technisch machbar und nicht zu teuer seien, hätten bereits der ADAC und auch das Kraftfahrzeug-Gewerbe in Deutschland längst nachgewiesen. Was die fehlenden Genehmigungen angehe, liege die Lösung auf der Hand: „Der Verkehrsminister müsste seine Beamten anweisen, sich an die Arbeit zu machen. Er hätte das auch schon vor einem halben Jahr tun können, dann wären wir heute schon weiter. Aber besser spät als nie.“

Porsche steigt aus dem Diesel-Segment aus

Nach Fahrverboten und sinkenden Diesel-Absatzzahlen zieht der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche Konsequenzen. Als erster deutscher Autokonzern steigt die VW-Tochter aus dem Diesel aus. „Von Porsche wird es künftig keinen Diesel mehr geben“, sagte Vorstandschef Oliver Blume.

Porsche will nach eigenen Angaben den Markenkern stärken und sich intensiver im Bereich Hybridtechnologie und Elektromobilität engagieren. Porsche wolle sich künftig auf das konzentrieren, was das Unternehmen gut könne, sagte Vorstandschef Blume. „Das sind emotionale, leistungsstarke Benziner, Hybride und ab 2019 werden es auch reine Elektrofahrzeuge sein.“

Nach Angaben eines Porsche-Sprechers ist die Nachfrage nach Diesel-Modellen rückläufig. Im Jahr 2017 habe der weltweite Diesel-Anteil von Porsche demnach bei lediglich 12 Prozent gelegen. Seit Februar 2018 habe Porsche keinen Diesel mehr im Portfolio.

Andreas Hoenig

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