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VW und BMW setzen auf China

Wolfsburg/München VW und BMW setzen auf China

Deutschlands Autobauer schauen mit gemischten Gefühlen auf die kommenden Monate. Die Krise in vielen europäischen Ländern macht der Branche zu schaffen, vor allem aber erschwert die unsichere Lage den Blick in die Zukunft.

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BMW-Fahrzeuge sind weiter stark nachgefragt. Foto: Armin Weigel

Wolfsburg. Europas größter Autobauer Volkswagen etwa ist mit einem Dämpfer ins Jahr gestartet und rechnet insgesamt für 2013 mit vielen Widrigkeiten. Die ersten drei Monate seien „klar unter Vorjahr“ verlaufen, sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch am Donnerstag in Wolfsburg. Er setze aber auf ein besseres Abschneiden im zweiten Quartal.

Auch BMW meldet Rekordverkäufe, Rekordumsätze und Rekordgewinne. Überraschend legten die Münchner ihre Zahlen bereits am Donnerstag vor. Konzernchef Norbert Reithofer will auch in diesem Jahr wieder Bestwerte schaffen. Eine konkrete Prognose machte der Manager aber nicht. Zuletzt hatte er auf dem Genfer Autosalon gewarnt, dass die Eurokrise die Märkte und Staaten sicher noch ein halbes Jahrzehnt in Atem halten werde. Wachstum wird es, da sind sich die Hersteller einig, vor allem in Übersee geben, allen voran in China.

VW-Chef Martin Winterkorn kündigte an, in China massiv zu investieren. Sieben seiner derzeit zehn weltweit geplanten Werke will VW dort aus dem Boden stampfen. Deutschlands größter Industriekonzern macht heute ein Drittel seines Absatzes im Reich der Mitte und will dort in fünf Jahren vier Millionen Fahrzeuge produzieren können - rund 75 Prozent mehr als heute. Insgesamt warnte Winterkorn: „2013 wird für die gesamte Branche zum Jahr der Bewährung. Auch für uns. Der Wettbewerbsdruck ist hoch und steigt weiter.“

Er bekräftigte die bereits Ende Februar aufgestellte Prognose. Demnach will der Zwölf-Marken-Konzern dieses Jahr zwar mehr Geld umsetzen und mehr Fahrzeuge absetzen. Mit steigenden Gewinnen rechnet er aber nicht, sondern will das Vorjahresniveau wieder erreichen.

Pötsch sprach von einer „realistischen Grundlage“. 2012 hatte VW vor Zinsen und Steuern (Ebit) 11,5 Milliarden Euro eingefahren. Der Überschuss war wegen Sondereffekten aus der Porsche-Übernahme fast 40 Prozent auf die Rekordzahl von fast 22 Milliarden Euro geschnellt - der höchste Wert, den ein deutscher Konzern bislang erzielt hat. Der Umsatz des Konzerns stieg von 159,3 Milliarden Euro auf 192,7 Milliarden Euro. Über neun Millionen Fahrzeuge wurden produziert. Neben der Hauptmarke VW-Pkw und der Sportwagenschmiede Porsche gehören zu dem Dax-Konzern Audi, Seat, Škoda, Bentley, Bugatti und Lamborghini, die Lkw-Spezialisten MAN und Scania, die leichten VW-Nutzfahrzeuge und der italienische Motorradbauer Ducati.

BMW verdiente im vergangenen Jahr unter dem Strich 5,1 Milliarden Euro, gut 4 Prozent mehr als 2011. Weltweit hatten die Münchner 1,845 Millionen Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce ausgeliefert. Das waren fast 11 Prozent mehr als im Rekordjahr 2011. Der Umsatz kletterte dank der ungebrochenen Autonachfrage vor allem in Übersee um 11,7 auf knapp 77 Milliarden Euro.

Doch trotz der guten Aussichten bereitet die Krise in Europa BMW-Konzernchef Reithofer aber zunehmend Sorge. Trotz der schwierigen Lage auf vielen Automärkten sollen aber mehr Autos die Werkshallen verlassen.

VW-Chef Winterkorn warnte vor zu viel Euphorie: „Die konjunkturelle Großwetterlage bleibt unsicher. Insbesondere Europa bleibt ein Wackelkandidat - die Schuldenkrise ist nicht überwunden. Die Märkte hier bleiben auf absehbare Zeit schwach.“

Das Langfristziel stehe aber weiter: „Wir wollen den Volkswagen-Konzern bis 2018 an die Weltspitze der Automobilindustrie führen“, sagte der Manager. VW sei dabei überzeugt, dass sich die Wachstumschancen weiter weg aus der alten Welt und hin vor allem nach Übersee verschieben.

dpa

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