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Wirtschaft VW will Winterkorn für Milliarden-Schaden belangen
Nachrichten Wirtschaft VW will Winterkorn für Milliarden-Schaden belangen
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20:55 05.05.2018
Martin Winterkorn. Quelle: imago/fossiphoto
Frankfurt/Wolfsburg

Der ehemalige Volkswagen-Chef Martin Winterkorn könnte vom Autobauer finanziell belangt werden. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS). Der Konzern wolle den Manager für den Milliarden-Schaden im Dieselskandal haftbar machen. Winterkorn könnte damit vor dem Ruin stehen.

Die FAS berichtet weiter, im Umfeld des VW-Aufsichtsrates kursierten bereits Summen, die bei Winterkorn zu holen seien. Quellen nannten der Zeitung bis zu eine Milliarde. Der Manager habe während seiner jahrzehntelangen Arbeit bei VW mehr als 100 Millionen Euro verdient. Seine Pensionsansprüche beliefen sich auf fast 30 Millionen Euro.

VW musste bisher fast 26 Milliarden Euro für den Dieselskandal zahlen. Sollte Winterkorn nicht nachweisen können, dass er als VW-Chef alles getan habe, um Regelverstöße zu erkennen und zu ahnden, müsste er mit seinem Vermögen für den Schaden büßen.

Der Aufsichtsrat will sich noch nicht festlegen

„Die Prüfung dauert seit längerer Zeit an und wird unabhängig von behördlichen Verfahren durchgeführt“, sagte Aufsichtsratssprecher Michael Brendel auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Dies habe der Aufsichtsrat bereits mehrfach erklärt. Diese Prüfung sei noch nicht abgeschlossen. „Dementsprechend gibt es keine Vorfestlegungen, und es wurden auch noch keine Entscheidungen getroffen.“

Brendel betonte: „Bei dieser Frage orientiert sich der Aufsichtsrat einzig und allein am Unternehmenswohl.“ Der Aufsichtsrat prüfe mögliche Ansprüche gegen ehemalige oder amtierende Vorstandsmitglieder „vorbehaltlos und ohne Ansehen der Person“.

US-Staatsanwälte stellten bereits einen Haftbefehl aus

Winterkorn droht aber nicht nur Ungemach von seinem ehemaligen Arbeitgeber. Die amerikanische Justiz hat nach der Anklage gegen Martin Winterkorn Haftbefehl gegen den früheren VW-Chef erlassen. Das bestätigte eine Justizsprecherin am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die USA wollen den früheren Topmanager des Autobauers wegen Betrugs im Abgasskandal zur Rechenschaft ziehen.

Dem 2015 zurückgetretenen Vorstandsvorsitzenden wird außerdem Verschwörung zum Verstoß gegen Umweltgesetze und zur Täuschung der Behörden vorgeworfen, wie aus der Klageschrift hervorgeht, die das zuständige Gericht in Detroit (US-Bundesstaat Michigan) am Donnerstag veröffentlicht hatte.

Laut der Staatsanwaltschaft Braunschweig zeichne sich ein Ende ihrer Ermittlungen gegen den früheren VW-Chef und weitere Beschuldigte ab. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe, sagte der FAS den Verteidigern der Beschuldigten solle im Sommer Akteneinsicht gewährt werden. „Wenn man sich die Ermittlungen, die im Dieselverfahren Vorgänge bei VW aus etwa zwölf Jahren aufklären sollen, als Marathonlauf vorstellt, beginnt damit quasi die Runde im Stadion mit Sicht auf die Ziellinie.“

Der Dieselskandal und die Folgen

VW musste bisher mit 26 Milliarden Euro für den Dieselskandal büßen. Der Konzern verschliss während der Affäre zwei Konzernchefs. Das sind die Folgen für das Unternehmen und seine Vorstände.

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Von sos/dpa/RND

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