Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Verband: Zu wenig öffentliche Leih-Fahrräder
Nachrichten Wirtschaft Verband: Zu wenig öffentliche Leih-Fahrräder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 17.04.2018
Thomas Hornburg vom Rostocker Bike Market hat immer mehr E-Bikes im Angebot. Quelle: Foto: Frank Söllner

In Deutschland gibt es nach Ansicht des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) zu wenige öffentliche Leihräder. Auf einem Fachkongress in Berlin forderte der Verband gestern flächendeckende Fahrradverleih-Systeme. Das unterstützt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) MV: Vor allem auf dem Land gebe es kaum Möglichkeiten für Einheimische und Touristen, im öffentlichen Raum Fahrräder auszuleihen.

Wenige positive Beispiele in MV / Usedomrad will Angebot ausweiten

Eines der wenigen guten Beispiele in MV ist nach Angaben des Landestourismusverbands Usedomrad. Mit 1500 Rädern an 135 Stationen auf Usedom und dem angrenzendem Festland sei der Fahrradverleih der einzige ortsübergreifende Anbieter im Land. Künftig soll das Angebot noch auf andere Städte ausgeweitet werden.

Laut Verbandssprecher Tobias Woitendorf ist die Zahl der Leihstationen in den letzten Jahren sogar zurückgegangen. Dennoch gebe es genauso viele Fahrräder und auch Radfahrer wie früher. „Das liegt daran, dass heute mehr Menschen selbst ein gutes Rad besitzen und Unternehmen wie Hotels öfter Räder anbieten.“ Bei E-Bikes, die früher oft ausgeliehen wurden, seien in den letzten Jahren die Preise deutlich gesunken. Dadurch hätten mehr Urlauber eigene E-Bikes und müssten keine mehr leihen.

Öffentliche Verleihsysteme seien für MV allerdings auch eher zweitrangig, glaubt Woitendorf: Wichtiger ist eine Stärkung der Verbindung zwischen Fahrrad und anderen Verkehrsmitteln.“ Nach Angaben des Tourismusverbands steigen 40 Prozent der Urlauber in MV aufs Rad.

Ganz anders sieht es nach Ansicht des VCD in Deutschlands Großstädten aus: In München, Berlin oder Frankfurt/Main gebe es schon fast zu viele Mieträder, die den Fußgängern im Wege stehen. Unternehmen wie die Bahntochter Call-A-Bike, die Leipziger Firma Nextbike, der chinesische Anbieter Mobike oder Obike aus Singapur konzentrierten sich auf die lukrativsten Plätze in Innenstädten oder in der Nähe von Touristenattraktionen. „An der Peripherie gucken die Leute dann in die Röhre“, sagt der VCD-Vorsitzende Wasilis von Rauch.

Mehrere Anbieter an einem Ort bedeuteten auch niedrigere Preise für die Kunden. Und wenn es mit den Privaten gut laufe, müssten auch die Kommunen kein öffentliches Geld für ein eigenes Mietsystem ausgeben, meint von Rauch. Er spricht von einer „Wildwest-Phase“, die nicht lange dauern werde.

Für die großen Verleihfirmen seien auch die Kundendaten an sich interessant, meint von Rauch. Er glaube zwar nicht, dass mit den Bewegungsprofilen der Nutzer viel anzufangen sei. Aber für gezielte Werbung seien die Profile durchaus nützlich. Der VCD-Chef hofft auf einen noch höheren Anteil des Radverkehrs und auf weniger Autos: „Mein Traum ist das schon.“ Aber solange das Parken für Anwohner so „spottbillig“ sei wie heute, bleibt von Rauch skeptisch.

Yesim Kargin und Bernd Röder

Mehr zum Thema

Das kleine Mädchen (3) aus Sassnitz wurde gehörlos geboren. Ein Implantat im Stammhirn ermöglicht es ihr, akustische Reize wahrzunehmen.

18.04.2018

Im Interview plädiert Ministerpräsidentin Manuela Schwesig dafür, die Diskussion um den Ausbau der Ostsee-Pipeline nach Russland nicht unnötig anzuheizen. Bis zum Sommer soll der Bund zudem definitiv entschieden haben, ob die Darßbahn gebaut wird.

23.04.2018

Regierungs- chefin Manuela Schwesig (SPD) zeigt im Vorpommern- Interview mit der OZ Sympathie für Darßbahn und Nord Stream.

23.04.2018

Christian Hirte (CDU) sieht fehlende Metropolen mit starkem Wachstum in Ostdeutschalnd als Grund für den Gehaltsunterschied.

17.04.2018

An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im Späthandel am 16.04.2018 um 20:30 Uhr folgende Schlusskurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.

16.04.2018

Dem Bundespräsidenten ist es ein wichtiges Anliegen, der „First Lady“ auch: Ein Ausbildungssystem, das möglichst jedem eine Chance bietet. Die Realität ist davon noch ein Stück entfernt.

16.04.2018
Anzeige