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Verbraucherschützer: Aus für kleine Cent-Münzen genau prüfen

Berlin Verbraucherschützer: Aus für kleine Cent-Münzen genau prüfen

Das Portemonnaie voller Kupfermünzen - dieses Problem könnte bald der Vergangenheit angehören, wenn die Brüsseler Pläne zur Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen wahr werden.

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Für die EU-Staaten ist die Herstellung der Kupfermünzen aufgrund steigender Rohstoffpreise ein Verlustgeschäft. Foto: Karlheinz Schindler

Berlin. Fachleute haben aber noch einige Fragen.

Vor einer möglichen Abschaffung fordern Verbraucherschützer, die Folgen für die Bürger zu untersuchen. „Bevor es zu Entscheidungen kommt, müssten die wirtschaftlichen Auswirkungen etwa auf die Preisentwicklung und der Nutzen für die Verbraucher genauer untersucht werden“, sagte der Finanzexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Frank-Christian Pauli, der Nachrichtenagentur dpa. „Es bedarf mehr als eines Bauchgefühls, um entscheiden zu können, ob man diese Münzen abschaffen kann und welche Spielregeln dafür gelten müssten.“

Die EU-Kommission stellt die kleinsten Münzeinheiten im Euro-Währungsraum auf den Prüfstand. Hintergrund: Die Herstellung der Kupfermünzen ist wegen der hohen Rohstoffpreise für die Staaten ein Verlustgeschäft.

Für ein endgültiges Urteil ist es nach Ansicht des Experten noch zu früh: „In der Diskussion gibt es sowohl Pro als auch Contra: Gegen eine Abschaffung spricht, dass sie eine verdeckte Preiserhöhung zur Folge haben könnte, weil Preise aufgerundet werden“, so Pauli. Dafür könnte aus seiner Sicht hingegen angeführt werden, „dass man weniger Kleinstmünzen als Wechselgeld im Portemonnaie sammelt und dass es eine Abkehr von den x,99-Euro-Preisen geben würde“. Diese legten nahe, dass eine Ware unter einer bestimmten Preisgrenze liege.

„Einige andere EU-Länder zeigen, dass es auch ohne Kleinstmünzen gehen kann, haben in ihren Währungen schon kleinere Münzwerte abgeschafft oder wie Finnland besagte Ein- und Zwei-Cent-Münzen gar nicht erst richtig in den Umlauf gebracht“, erläuterte Pauli.

Denn die Produktion ist nach Angaben der EU-Kommission teurer als der Nennwert der Münzen. Seit der Einführung des Euro-Bargeldes im Jahr 2002 belaufe sich diese Differenz auf rund 1,4 Milliarden Euro, heißt es von der Brüsseler Behörde. Vier mögliche Szenarien seien denkbar - von einer Beibehaltung der derzeitigen Stückelung bis hin zur Abschaffung der Münzen, schrieb die Kommission in einem am vergangenen Dienstag veröffentlichten Bericht. Als Alternative könnte man die Produktion der Münzen verbilligen - indem etwa die materielle Zusammensetzung der Cent-Stücke geändert wird - oder die Produktion langsam ausklingen lassen.

Nun werde man mit den Mitgliedsstaaten und Interessenvertretern über die Münzfrage diskutieren. Eine Frist nannte EU-Währungskommissar Olli Rehn nicht. Über eine mögliche Abschaffung müssen letztlich die EU-Regierungen entscheiden. Bislang galt ein solcher Schritt als unwahrscheinlich.

Mitteilung EU-Kommission - Englisch

Analyse der EU-Kommission - Englisch

Studie der Bundesbank zum Zahlungsverhalten in Deutschland, Seite 24 ff.

dpa

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