Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Verbraucherschützer klagen wegen Geldautomaten-Gebühr
Nachrichten Wirtschaft Verbraucherschützer klagen wegen Geldautomaten-Gebühr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:42 20.04.2017
Die Zinsflaute setzt Banken und Sparkassen zunehmend unter Druck. Viele Geldhäuser drehen daher an der Gebührenschraube. Quelle: Tobias Kleinschmidt
Anzeige
Frankfurt/Main

Verbraucherschützer ziehen gegen Kreditinstitute wegen Gebühren fürs Geldabheben am Automaten vor Gericht.

„Wir haben klare Belege, dass drei Institute ihre Kunden vorher nicht ausreichend über die Preisänderung informiert haben“, sagte Finanzmarktwächter Kay Görner von der Verbraucherzentrale Sachsen der Deutschen Presse-Agentur. „Ein Verfahren gegen eine Berliner Genossenschaftsbank läuft bereits vor dem Landgericht Halle.“

Görner zufolge müssen Banken und Sparkassen ihre Kunden zwei Monate vor geplanten Preisänderungen informieren und sie auf ihr Kündigungsrecht aufmerksam machen. „Bei den drei Instituten fehlte der korrekte Verweis auf das fristlose und kostenfreie Kündigungsrecht.“ Bei einem weiteren Geldhaus gebe es entsprechende Hinweise.

Nach Recherchen des Finanzportals Biallo verlangen rund 40 Sparkassen und ersten Ergebnissen zufolge ungefähr 150 Volksbanken von einem Teil ihrer Kunden - je nach Kontomodell - Gebühren fürs Abheben von Bargeld. Die Höhe ist sehr unterschiedlich. Manche gewähren ihren Kunden im Monat bis zu fünf kostenlose Abhebungen. Andere kassieren gleich beim ersten Mal. Einige Institute haben allerdings schon seit Jahren Kontomodelle, bei denen Barabhebungen Geld kosten.

Besonders ärgerlich ist aus Sicht Görners, wenn Kunden am Automaten nicht auf die Gebühr hingewiesen werden. Zwar seien die Finanzhäuser dazu nicht grundsätzlich verpflichtet. „Im Einzelfall kann aber Irreführung des Verbrauchers vorliegen. Dann können wir dagegen vorgehen.“

Der Verbraucherschützer mahnte: „Wir sehen die Institute in der Pflicht, ihre Kunden transparent zu informieren.“ Zwar müssen Banken und Sparkassen ein Preisverzeichnis veröffentlichen. Das helfe Verbrauchern allerdings wenig, wenn die Informationen nicht im Internet zu finden seien. „Die Kunden müssen in diesem Fall in der Filiale nachfragen. Doch wer macht das schon“, argumentierte Görner.

Die Zinsflaute setzt Banken und Sparkassen zunehmend unter Druck. Viele Geldhäuser drehen daher an der Gebührenschraube. „Es gibt keine Grenze, wie oft Institute die Gebühren erhöhen können. Es darf aber kein Endlosmodell werden“, warnte Görner. „Das kann jedoch nur der Gesetzgeber ändern.“

dpa

Mehr zum Thema

Bausparen - eine urdeutsche Angelegenheit? Zwar legen fast drei Viertel der Bausparverträge weltweit in Deutschland. Doch auch im Ausland setzen Verbraucher auf das Sparmodell, bei dem nicht nur Geld, sondern auch Geduld nötig ist.

15.04.2017

IWF-Chefin Christine Lagarde hat Deutschland erneut aufgefordert, seine Exportüberschüsse für Investments in die Infrastruktur zu nutzen.

18.04.2017

Nach heftigem Widerstand von Aktionären rudert die Schweizer Großbank Credit Suisse bei der geplanten Millionenausschüttung für die Chefetage zurück.

18.04.2017

Die aufgehende Sonne von achtern, tuckert der Kutter „Storkow“ an der Rostocker Hafenausfahrt vorbei. In den Hotels beiderseits der Warnow-Mündung liegen die meisten Ostsee-Urlauber noch im Tiefschlaf.

20.04.2017

Auf dem Norddeutschen Ernährungsgipfel in Ahrenshoop zeigte die Branche, was sie zu bieten hat. Die Entwicklung neuer Produkte unterstützt das Land mit Darlehen.

20.04.2017
Wirtschaft Bericht zur Finanzmarktstabilität - IWF: Europas Bankensystem birgt Risiken

Deutschland ist stolz auf seine vielfältige Bankenwelt. Kleine Sparkassen und Volksbanken leisten Dienst am Kunden vor Ort. Doch die vergleichsweise geringe Größe der Institute birgt Risiken, besonders wenn die Zinsen niedrig sind.

19.04.2017
Anzeige