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Verhandlungen zu Opel-Ausstieg in Bochum

Bochum Verhandlungen zu Opel-Ausstieg in Bochum

In gut neun Monaten ist Schluss mit der Autoproduktion bei Opel in Bochum. Ein Tarifvertrag über die Werksschließung liegt aber noch nicht vor.

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Noch neun Monate: Mitarbeiter gehen zum Schichtwechsel ins Bochumer Opel-Werk. Foto: Caroline Seidel/Archiv

Bochum. In gut neun Monaten ist Schluss mit der Autoproduktion bei Opel in Bochum. Ein Tarifvertrag über die Werksschließung liegt aber noch nicht vor. Wenn am Montag weiterverhandelt wird, machen Mitarbeiter mit einer Kundgebung Druck.

Opel und die IG Metall verhandeln am Montag wieder über Bedingungen für die Schließung des Bochumer Werkes. Bisher gibt es nur von beiden Seiten gebilligte Eckpunkte über Abfindungsangebote, eine Transfergesellschaft und die Sicherung des Standortes als zentrales Ersatzteillager mit künftig noch rund 700 Stellen. Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter sind viele Details ungeklärt und es fehlt die einklagbare Regelung in einem Tarifvertrag.

Von der Werksschließung sind rund 3300 Opelaner betroffen. Der Ausstieg aus der Fertigung im Ruhrgebiet wird nach Einschätzung von Fachleuten für Opel teuer: Die Abfindungen und Ausgaben für Qualifizierung und Transfer der Mitarbeiter in andere Jobs dürften sich auf mehr als eine halbe Milliarde Euro addieren, hieß es.

Die Gewerkschaft fordert vor allem mehr Informationen über die Pläne von Opel, das Personal im Warenlager um 265 auf 700 aufzustocken. „Seit 4 Monaten liefert Opel keine Klarheit darüber, wann welcher Ersatzarbeitsplatz wo geschaffen wird. Unsere Mitglieder wollen eindeutige, verlässliche Perspektiven. Opel muss liefern“, forderte Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW.

Die Gewerkschaft hat parallel zu den Verhandlungen zu einer Kundgebung unter dem Motto „Opelaner brauchen Zukunft“ aufgerufen. „Die Adam Opel AG steht zu den Zusagen aus den Eckpunkten des Sozialtarifvertrages. Wir sprechen mit der IG Metall und dem Bochumer Betriebsrat, um diese Eckpunkte in einen fertigen Vertrag zu überführen“, sicherte ein Opel-Sprecher zu.

Das vor der Schließung stehende Werk wählt am 9. April noch einmal einen Betriebsrat, der bis zum Jahresende im Amt bleibt. Bei der Wahl tritt auch der bisherige Betriebsratschef Rainer Einenkel wieder an. Der 59-Jährige hatte heftig für den Standort gekämpft und Opel sogar verklagt. Der Prozess wegen der Bochumer Werksschließung und Verlagerung der Zafira-Produktion nach Rüsselsheim ist schon zweimal verschoben worden. Er soll nun am 27. Mai stattfinden, wie das Landgericht Darmstadt kürzlich mitgeteilt hatte.



dpa

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