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Wirtschaft Verkaufsgerücht: Geht Reederei Arosa an die Genting-Gruppe?
Nachrichten Wirtschaft Verkaufsgerücht: Geht Reederei Arosa an die Genting-Gruppe?
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06:52 15.09.2016

Ein Gerücht aus der Kreuzfahrt-Szene sorgt in Rostock für mächtig Wirbel: Laut einem Bericht des Internet-Magazins „Schiffsreisen intern“ steht das Flusskreuzfahrt-Unternehmen Arosa kurz vor der Übernahme durch eine der größten Reedereien der Welt. Und die ist im Nordosten längst kein Unbekannter mehr: Käufer von Arosa soll, so das Online-Portal, die Genting-Gruppe aus Hongkong sein, zu der seit diesem Jahr auch die Werften Wismar, Stralsund und Warnemünde gehören. Offiziell dementieren beide Seiten den angeblichen Deal vehement. Doch dass Arosa früher oder später einen neuen Eigentümer bekommen wird, gilt in der Branche als sicher.

Arosa gehört zu den größten Flusskreuzfahrt-Reedereien auf dem deutschsprachigen Markt, hat elf Schiffe im Einsatz und rund 700 Mitarbeiter im In- und Ausland. Das Unternehmen wurde 2002 von der Deutschen Seereederei (DSR) aus der Taufe gehoben – quasi als Schwester-Firma von Aida. Beide Reedereien haben bis heute ihren Sitz in Rostock, aber unterschiedliche Eigentümer. Während Aida Teil des Carnival-Konzerns ist, gehört Arosa zur Investmentgesellschaft Waterland mit Sitz in Düsseldorf.

Die Nachricht vom möglichen Zusammenschluss mit Genting überraschte in der Szene zunächst kaum jemanden: Denn Genting will in den europäischen Flusskreuzfahrt-Bereich einsteigen, lässt auf seinen Werften in MV dafür neue Schiffe bauen. Durch eine Übernahme von Arosa hätten sich die Chinesen nicht nur die komplette Infrastruktur, sondern auch einen etablierten Namen sichern können: „Arosa ist auf einem sehr guten Weg“, sagt beispielsweise der Kreuzfahrt-Experte Uwe Bahn. Der Radio-Moderator ist Herausgeber eines der bekanntesten Standardwerke für Schiffsurlauber und arbeitet auch als Experte für die OZ. „Die Reederei hat erst All-Inclusive-Angebote eingeführt, nimmt jetzt die Seine in das Programm auf. Arosa ist klar auf Wachstumskurs“, sagt Bahn. Genting wäre ein starker Partner dafür.

Doch Arosa-Chef Jörg Eichler dementiert: „Normalerweise kommentieren wir solche Gerüchte gar nicht“, sagt er. Doch: „Aktuell gibt es weder Pläne noch Gespräche mit dieser Unternehmensgruppe.“ Auch von Genting heißt es: Die Berichte über eine Arosa-Übernahme seien eine „Ente“. Inoffiziell heißt es aber aus Genting-Kreisen, Arosa sei „ein spannender Partner“. Ein Sprecher des Arosa-Eigentümers Waterland äußerte sich zur Zukunft der Rostocker Reederei vielsagend: Waterlands Geschäftsmodell sei der Kauf und Verkauf von Unternehmen. „Wir sondieren permanent den Markt.“ Auch Arosa werde vermutlich nicht ewig Teil des Portfolios bleiben. „Aber derzeit gibt es nichts Konkretes“, sagt Sprecher Knut Hansen.

Neuigkeiten gibt es indes von der zweiten großen Reederei aus Rostock: Aida Cruises stellt heute in Hamburg sein Programm für die nächsten Jahre vor. Eine Nachricht sickerte schon durch: Aida wird sein neues Flaggschiff, die „Prima“, aus Hamburg abziehen und nach Palma de Mallorca verlegen. „Wir richten uns nach den Wünschen der Kunden“, sagt Aida-Sprecher Hansjörg Kunze. Hamburg bleibe aber ein wichtiger Hafen für Aida. Die Reederei stelle in den nächsten Jahren drei neue Schiffe in Dienst. Eines davon könnte dann wieder primär von Hamburg aus in See stechen.

Andreas Meyer

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