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Volkswirte: 2017 wird schwieriges Jahr für Arbeitsmarkt

Widerspruch zu IAB-Prognose Volkswirte: 2017 wird schwieriges Jahr für Arbeitsmarkt

Ob Brexit, schwächere Konjunktur oder Job suchende Flüchtlinge - ganz einig sind sich Bankenvolkswirte nicht, was den Arbeitsmarkt 2017 stärker belasten wird. Dass die Arbeitslosigkeit steigt, bezweifeln sie aber nicht - anders als etwa Arbeitsmarktforscher.

Nürnberg. 2017 wird nach Prognosen von Volkswirten für den deutschen Arbeitsmarkt ein eher schwieriges Jahr.

Angesichts der immer stärker auf den Arbeitsmarkt drängenden Flüchtlinge und der Brexit-Folgen sei ein Anstieg der jahresdurchschnittlichen Arbeitslosigkeit kaum zu verhindern, berichteten Ökonomen deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Ihre Erwartungen stehen damit in deutlichem Widerspruch zur jüngsten Arbeitsmarktprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von Mitte vergangener Woche. Das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit geht für 2017 überraschend von einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 70 000 auf 2,62 Millionen Menschen aus.

Allerdings unterscheiden sich auch Prognosen der Bankökonomen stark. Während Optimisten allenfalls mit einem Anstieg von wenigen zehntausend Jobsuchern im Jahresschnitt 2017 rechnen, gehen andere Fachleute von einem Plus von 100 000 bis 150 000 aus.

Zum Kreis der Optimisten gehört etwa Allianz-Volkswirt Rolf Schneider: „Ich bin insgesamt zuversichtlich für das Jahr 2017.“ Er geht daher mit einem Plus von 30 000 nur von einer verhältnismäßig geringen Zunahme der Jahresarbeitslosigkeit aus. Nach seiner Meinung ist die wachsende Flüchtlingsarbeitslosigkeit wegen der insgesamt weiter wachsenden Zahl von Jobs gut zu verkraften.

Ungleich skeptischer ist DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein. Er rechnet für 2017 im Schnitt mit rund 2,8 Millionen Arbeitslosen - dies wären etwa 100 000 mehr als 2016. Für eine bessere Entwicklung werde wohl die Konjunktur nicht ausreichen, und auch die große Zahl der auf den Arbeitsmarkt drängenden Flüchtlinge werde ihre Spuren hinterlassen. Auswirkungen des Brexit werde man wohl erst im Laufe des kommenden Jahres sehen, meinte Holstein.

Auf dieser Linie liegt weitgehend auch BayernLB-Volkswirt Stefan Kipar. Er schließt für 2017 sogar einen Anstieg der Erwerbslosigkeit um bis zu 150 000 nicht aus. Die Prognose sei zwar noch mit Unsicherheiten behaftet, räumt er ein. Für nicht gering schätzt er auf jeden Fall die wirtschaftlichen Folgen des Brexits ein: „Wenn die Briten den Artikel 50 des EU-Vertrags ausrufen, wird das bei vielen Unternehmern Verunsicherung auslösen.“

Für den September rechnen die Experten mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit zwischen 90 000 und 125 000. Die Arbeitslosigkeit würde bei der optimistischeren Prognose auf rund 2,56 Millionen rutschen. Der Rückgang habe aber fast ausschließlich saisonale Gründe: Ausbildungsabsolventen fänden oft erst nach den Sommerferien eine feste Stelle. Die offiziellen Zahlen veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit am kommenden Donnerstag (29. September).

dpa

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