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Vorschlag zum Nachholen von Feiertagen löst Kontroverse aus

Saarbrücken/Berlin Vorschlag zum Nachholen von Feiertagen löst Kontroverse aus

Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, freut sich der Arbeitgeber und die Arbeitnehmer ärgern sich. In einigen Ländern ist das anders. Dort werden die freien Tage „nachgeholt“. Das könnten sich einige Politiker auch hierzulande gut vorstellen.

Saarbrücken/Berlin. Ausgerechnet der 1. Mai, der Tag der Arbeit, fällt dieses Jahr auf einen Sonntag. Für Arbeitnehmer ist das eine schlechte Nachricht - sie haben einen Feiertag weniger. Nun werben einige Politiker dafür, solche entgangenen freien Tage künftig nachzuholen.

Sabine Zimmermann von der Linken sagte der „Saarbrücker Zeitung“: „Es kann nicht sein, dass den Arbeitgebern regelmäßig zusätzliche Arbeitstage geschenkt werden, die eigentlich als bezahlte Feiertage den Beschäftigten zustehen.“

Die SPD-Arbeitsmarktpolitikerin Katja Mast sagte zum „Nachholen“ von Feiertagen: „Das wäre natürlich ein Zeichen zur Entlastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“ Eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums erklärte jedoch auf Anfrage: „Uns sind dazu keine Pläne bekannt.“

Vor allem das „Nachholen“ des 1. Mai als freiem Tag sei wünschenswert, sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, Beate Müller-Gemmeke, der „Saarbrücker Zeitung“. Ihre Begründung: „Das hätte Charme. Dann haben Beschäftigte zum einen Zeit für die Kundgebung am Sonntag und können am freien Montag ihre Zeit der Familie widmen.“

Von den Arbeitgebern wurde der Vorschlag dagegen mit deutlich weniger Enthusiasmus quittiert. „Bei der Gesamtzahl der arbeitsfreien Tage durch Urlaub und Feiertage belegt Deutschland ohnehin einen Spitzenplatz im internationalen Vergleich“, sagte ein Sprecher des Arbeitgeberverbandes BDA. Falle ein Feiertag zufällig auf einen Sonntag hätten alle interessierten Beschäftigten die Möglichkeit den jeweiligen Anlass würdig zu begehen. Für eine Verschiebung auf einen Werktag gebe es daher keinen Grund.

Noch etwas drastischer drückte es der stellvertretende Vorsitzende der Union-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs, aus. Er sagte: "Ich halte das für Blödsinn.“ Die Deutschen hätten so viele Feiertage. „Wenn dann mal einer auf das Wochenende fällt, ist das bei durchschnittlich 30 Urlaubstagen im Jahr sicherlich zu verkraften."

In Belgien, Spanien oder Großbritannien werden Feiertage, die an einem Wochenende liegen, am darauffolgenden Werktag „nachgeholt“. In Deutschland fallen dieses Jahr zwei kalendarisch fest gebundene Feiertage auf ein Wochenende: der 1. Mai und der 25. Dezember.

Neun gesetzlich festgelegte Feiertage gibt es, die in ganz Deutschland gelten. Einige sind beweglich, andere nicht. Ein Überblick:

Neujahrstag: 1. Januar

Karfreitag: Vor dem ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling

Ostermontag: Nach dem ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling

Maifeiertag/Tag der Arbeit: 1. Mai

Christi Himmelfahrt: Der Donnerstag 40 Tage nach dem Ostersonntag

Pfingstmontag: 50 Tage nach dem Ostersonntag

Tag der Deutschen Einheit: 3. Oktober

1. und 2. Weihnachtstag: 25./26. Dezember

dpa

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