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„Vorsichtiger Optimismus“ bei Tengelmann

Angeschlagene Supermarktkette „Vorsichtiger Optimismus“ bei Tengelmann

Die Rettung der Arbeitsplätze bei Kaiser`s Tengelmann ist längst nicht perfekt - auch wenn angesichts der Fristverlängerung zunächst Erleichterung vorherrscht. Tausende Beschäftigte müssen mindestens zehn Tage weiter bangen.

Mülheim/Ruhr. Ermutigende Signale für die Beschäftigten von Kaiser`s Tengelmann: Nachdem die zerstrittenen Handelskonzerne bei einem Spitzentreffen den Willen zu einer Einigung bekräftigt haben, herrschte die Hoffnung vor, dass die Komplettübernahme durch Edeka doch noch gelingen kann.

Doch bis zu einer Lösung müssen nach Einschätzung von Beobachtern noch viele Hürden genommen werden. In einem Schreiben an die Mitarbeiter, äußerte Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub „vorsichtigem Optimismus“ in Hinblick auf eine Lösung für alle Mitarbeiter. Zu Einzelheiten des Gesprächs vom Donnerstag machte Haub keine Angaben und verwies auf das bis 18. Oktober vereinbarte Stillschweigen.

Ziel sei es nun, bis zum 17. Oktober eine Einigung zu erzielen, so dass die Ministererlaubnis umgesetzt werden könne, so Haub. Bei dem erneuten Krisengipfel war die ursprüngliche Frist, die diesen Freitag ausgelaufen wäre, um zehn Tage verlängert worden.

Der der Kaiser's-Tengelmann-Betriebsrat sprach von einem guten Signal. „Es besteht jetzt die realistische Chance, dass der Übergang an Edeka vollzogen werden kann“, sagte der Betriebsratsvorsitzende des Region Nordrhein, Rainer Schroers, am Freitag.

Bei einer Umsetzung der bereits vereinbarten Tarifverträge wären dann die Arbeitsplätze für mindestens fünf Jahre geschützt. „Ich denke, dass das gut geht“, zeigte sich Schroers optimistisch. Der Berliner Betriebsratschef von Kaiser`s Tengelmann, Volker Bohne, sprach dagegen von einer „Teilerleichterung“ in der Belegschaft. „Wir möchten ein Ergebnis schon schwarz auf weiß sehen“, sagte er. Überwiegend herrsche in der Belegschaft jedoch Freude vor. „Das Telefon stand gestern nicht mehr still“, so Bohne.

Um die jüngste Entwicklung bei Kaiser`s Tengelmann als Durchbruch zu bewerten, müsse man das Bekanntwerden von Details der vorgeschlagenen Lösung abwarten, betonte Professor Tomaso Duso vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Es sei schwer vorstellbar, dass Rewe, Markant und Norma ihre Klagen zurückziehen könnten, ohne eine entsprechende Entschädigung einzufordern.

Bei dem Krisengipfel am Donnerstag hatten sich die beteiligten Parteien auf eine Fristverlängerung bis zum 17. Oktober verständigt. Ziel ist es, die umstrittene Ministererlaubnis für die Übernahme von Tengelmann durch Branchenprimus Edeka nach Rücknahme der Klagen von Wettbewerbern umzusetzen.

Dafür müssten die Konkurrenten Rewe, Markant und Norma ihre Beschwerden gegen die Ministererlaubnis zurücknehmen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte die Erlaubnis von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) nach den Einwänden der Edeka-Wettbewerber vorläufig gestoppt.

Bei einer Umsetzung der Ministererlaubnis könnte Edeka die Supermarktkette komplett übernehmen. Bundesweit beschäftigt Kaiser's Tengelmann noch rund 15 000 Menschen in über 400 Filialen.

dpa

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