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Warmer Herbst: Balkone bleiben länger bunt

Rostock Warmer Herbst: Balkone bleiben länger bunt

Kunden kaufen weniger wegen Trockenheit / Gartenmärkte mit durchwachsener Bilanz

Rostock. Der warme Herbst stellt Hobbygärtner in MV vor eine schwere Entscheidung: Soll man sich noch an den Sommerblumen erfreuen oder doch auf die herbsttypischen Heidepflanzen setzen? So sind manche Balkonkästen derzeit besonders bunt. Sommerblumen teilen sich den Platz mit den verschiedenfarbigen Herbstblühern.

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Kunden kaufen weniger wegen Trockenheit / Gartenmärkte mit durchwachsener Bilanz

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Das Geschäft mit der Heide ist gerade schwierig. Die Kunden pflanzen weniger, weil sie auf Regen warten.“

Thomas Ortmann

vom Gartenbauverband Nord

Die Unentschlossenheit der Kunden macht sich auch bei den Gartenmärkten bemerkbar: „Das Geschäft mit der Heide ist gerade schwierig“, sagt Thomas Ortmann vom Gartenbauverband Nord. „Die Kunden pflanzen weniger, weil sie auf Regen warten.“ Stattdessen bleiben auf vielen Balkonen die Sommerblumen stehen.

„Manche blühen so lange, bis es wirklich kalt wird“, sagt Eckhard Heinemann vom Gartenfachmarkt Grönfingers in Rostock. Dazu zählen etwa Geranie, Fuchsie oder Knollenbegonie. „Anderen Blumen fehlt jetzt einfach schon das Licht – wie Nelken oder Petunien.“ Bei Grönfingers seien allerdings die Herbstblumen bereits beliebt, betont Heinemann.

Auch für Kleingärtner bringe die Wetterlage Vor- und Nachteile: „Da es nachts noch nicht so kalt wird, bildet sich weniger Tau an den Früchten. Dadurch gibt es auch weniger Pilzbefall“, erklärt Heinemann. Vor allem die Trockenheit bringe aber auch Probleme. „Die Regentonnen sind oft leer“, sagt Peter Heinemann, Vorsitzender des Landesverbands der Kleingärtner. Also müssen die Gärtner Wasser aus der Leitung nehmen, denn viele Pflanzen müssen jetzt gegossen werden, damit sie über den Winter kommen. Auch neue Aussaaten brauchen Wasser, um keimen und anwachsen zu können. Finanziell falle das Gießen für die Kleingärtner angesichts moderater Wasserpreise nicht sonderlich ins Gewicht. Wer seine Beete bereits abgeerntet hat, sollte sie abdecken, damit die ausgetrocknete Krume nicht weggeweht wird, empfiehlt Ortmann. „Dafür eignen sich Zwischenfrüchte.“

Kübelpflanzen könnten derzeit noch draußen stehen bleiben. Jedoch sei Vorsicht geboten, sagt Eckhard Heinemann: „Im Oktober kann die Wetterlage schnell kippen.“ Daher rate er Hobbygärtnern, stets auf die Wettervorhersagen zu achten. „Und ab Mitte Oktober sollte man die Kübel dann so langsam reinholen.“ Wenn dann die Gartensaison tatsächlich vorbei ist, dürfe eines nicht vergessen werden: „Vor dem ersten Frost muss das Wasser abgedreht werden.“

In den Gartenfachbetrieben wird jetzt auch schon an das nächte Frühjahr gedacht: „Derzeit werden Primeln und Stiefmütterchen getopft“, sagt Ortmann. Das könne der Hobbygärtner auch selbst machen.

Aber obwohl die Frühblüher die Ersten sind, die nach dem Winter wieder Farbe zeigen, seien sie im Topf kälteempfindlich. „Daher sollten auch sie rechtzeitig reingeholt werden.“ Im Erdboden dagegen überwintern Frühblüher problemlos. Dementsprechend groß sei die Nachfrage nach Zwiebeln von Krokus oder Schneeglöckchen, so Heinemann.

Nicht so gut sehe es bei Obstbäumen und Sträuchern aus, die sonst eigentlich zu dieser Jahreszeit gesetzt werden. „Hier ist es gerade ein bisschen ruhiger“, sagt Heinemann. Der Trend gehe in dieser Saison weiterhin zum gesundheitsbewussten Gärtnern. „Besonders beliebt ist etwa die Goji-Beere.“ Der aus Asien stammenden Frucht werden heilende Kräfte nachgesagt.

Garten im Herbst – OZ-Experten geben Tipps beim OZ-Telefonforum

Der Altweibersommer bringt viele Hobbygärtner in Mecklenburg-Vorpommern ins Schwitzen. Es fehlte in den vergangenen Wochen vielerorts einfach an Regen. Das Ergebnis sind Trockenschäden, die unter anderem bei den Koniferen und Ziersträuchern auftraten. Auch andere Gehölze nahmen häufig Schaden. Vor allem Rasen wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Eine Wühlmausplage macht zudem manchem Kleingärtner – mehr als 65000 sind im Landesverband der Gartenfreunde organisiert – zu schaffen.

Wie nun wird man die ungeliebten Nager wieder los, und mit welchen Tricks kann dem Rasen wieder zu alter Pracht verholfen werden? Welche speziellen Dünger sollten jetzt eingesetzt werden? Was ist hinsichtlich der Mengen zu beachten? Ist ein Baumschnitt in diesen Wochen noch sinnvoll? Und wie schafft man es, die Kübelpflanzen optimal überwintern zu lassen?

Diese und andere Fragen rund um das Thema Garten im Herbst beantworten am Mittwoch, den 5. Oktober, zwei Experten beim OZ-Telefonforum: Gartenbau-Meister Rüdiger Thom (58), Vorstandschef der Gartenbau-Genossenschaft – Baumschule und Grünanlagenbau „Obstblüte“ in Sanitz (Landkreis Rostock) und Gartenbau-Ingenieur Heiko Rademacher (48) vom Rostocker Gartenfachmarkt Grönfingers stehen Ihnen, liebe Leser, Rede und Antwort.

Die Experten sind von 11 bis 13 Uhr unter ☎ 03 81 / 36 5100 erreichbar.

Axel Büssem

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