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Wirtschaft Warmer September vermiest Modehäusern das Geschäft
Nachrichten Wirtschaft Warmer September vermiest Modehäusern das Geschäft
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00:05 20.09.2016
Kay-Uwe Teetz, Einzel- handelsverband Nord Quelle: Marco Ehrhardt

Der bisher ungewöhnlich warme September treibt dem deutschen Textilhandel Schweißperlen auf die Stirn. Die aktuelle Herbst- und Winterware sei bisher vielfach in den Regalen liegen geblieben, sagt Axel Augustin vom Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels. Zahlreiche Händler hätten im laufenden Monat deshalb bereits über katastrophale Zahlen berichtet. Manche Geschäfte hätten schon Umsatzeinbußen von bis zu 40 Prozent gemeldet. „Das wird eine knüppelharte Saison“, ist sich Augustin sicher.

Milliardenmarkt Mode

31 Milliarden Euro hat der Textil-Einzelhandel in Deutschland im vergangenen Jahr mit Bekleidung umgesetzt.

18922 Unternehmen sind nach Angaben des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels derzeit in der Branche am Markt.

In Mecklenburg-Vorpommern müssten Boutiquen, Modeketten und Kaufhäuser auf etwa ein Fünftel des Umsatzes verzichten, den sie im vergangenen Jahr um diese Zeit gemacht haben, betont Kay-Uwe Teetz, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Nord in Rostock. „Das Herbstgeschäft ist bislang nicht sehr berauschend. Bei 25 Grad will keiner Daunenjacken kaufen.“ Ob die Branche den Verlust bis zum Weihnachtsgeschäft noch wettmachen könne, sei fraglich. Zwar hätten viele Läden noch Sommerware zu bieten. Die tauge angesichts von großen Rabatten aber kaum als Ausgleich.

Auf Herbstwetter hofft das Kaufhaus Stolz. In den landesweit

18 Filialen seien Steppwesten, Schals und gefütterte Schuhe nämlich bislang eher Ladenhüter, sagt Marketing-Leiter Uwe Hornung. „Der Abverkauf läuft schleppend.“ Stolz profitiere allerdings vom Firmenjubiläum: Weil die Kaufhaus-Kette in MV seit 25 Jahren am Markt sei, gewähre sie Kunden noch bis Mittwoch 20 Prozent Preisnachlass auf textile Neuware. „Das wird genutzt. Das ist unser Glück. So fällt das Minus nicht ganz so drastisch aus“, so Hornung.

Was durch bis dato nicht verkaufte Strickpullis und Strumpfhosen in der Kasse fehlt, gleiche Galeria Kaufhof zum Großteil durch andere Sortimente aus, sagt Johannes Hülsmann, Filialleiter in Rostock. Sport- und Bademode oder Strandspielzeug etwa. „Die sind deutlich stärker gefragt als sonst im September.“

Bei Herbst- und Winterschuhen greifen Kunden hingegen noch nicht so häufig zu. Im Vergleich zum Vorjahr machten Anbieter im Land aktuell gut zehn Prozent Miese beim Umsatz, erläutert Kay-

Uwe Teetz. Der Schuhdiscounter Deichmann verteilt Boots, Stiefelletten und Overknees deshalb erst nach und nach auf seine 31 Geschäfte in MV. „Bedarfsgerecht“, sagt Firmensprecher Ulrich Effing.

Thorsten Rolfes von C&A lassen Wetterkapriolen kalt, auch wenn dadurch die Kunden an den landesweit sechs Standorten der Modekette momentan nicht gerade heiß auf Herbst- und Winterkollektionen sind.

„Das Geschäft verschiebt sich etwas nach hinten. Der Nachholeffekt wird aber einsetzen, sobald es kühler wird. Und das zeichnet sich ja zum Glück ab.“

Schon das erste Halbjahr war für den mittelständischen Modefachhandel nicht so gut gelaufen wie erhofft. Im Schnitt setzten die Geschäfte bundesweit knapp zwei Prozent weniger um als in den ersten sechs Monaten 2015.

Antje Bernstein und Uta Knapp

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