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Wirtschaft Warnstreiks bei der Bahn: Mehr als 150 Züge fielen aus
Nachrichten Wirtschaft Warnstreiks bei der Bahn: Mehr als 150 Züge fielen aus
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03:49 19.03.2013

Warnstreiks in Leitzentralen der Bahn haben gestern den Zugverkehr in Deutschland empfindlich getroffen. Mehr als 150 Züge fielen ganz oder auf Teilstrecken aus. Mehrere hundert Fern- und Nahverkehrszüge hatten Verspätungen von bis zu zwei Stunden. Von der mehrstündigen Arbeitsniederlegung am frühen Morgen waren vor allem Stellwerke und Werkstätten betroffen. Das habe teils zu erheblichen Einschränkungen geführt, sagte ein Bahnsprecher. „Da hatten wir keine Chance.“

Rund 1000 Beschäftigte beteiligten sich nach Angaben der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) an den Warnstreiks, darunter auch viele Reinigungskräfte. Schwerpunkte waren Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Kiel, MV, Frankfurt, Stuttgart, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Auch der Güterverkehr war der Bahn zufolge betroffen.

In MV war Stralsund gestern der einzige Streik-Standort. Auch wenn alle hoffen, dass es nicht so weit kommt, können weitere Streiks folgen, sagt Dieter Kagelmacher, Gewerkschaftssekretär der Geschäftsstelle Rostock. Die Reisenden in Stralsund bekamen von dem Geschehen kaum etwas mit. „Wir wollten keine Störungen im Zugverkehr, sondern lediglich ein Zeichen in Richtung Arbeitgeber setzen“, erklärt Kagelmacher. Deswegen seien in der Nacht zunächst nur drei Züge nicht gereinigt worden.

Die Bahn lockerte wegen des Ausstands bundesweit ihre Regeln. Fahrgäste mit einem Ticket für einen bestimmten Zug, die ihre Reise nicht antreten konnten oder abbrechen mussten, durften die nächstmögliche frühere oder spätere Verbindung nutzen. Billetts und Reservierungen, die am Streiktag gültig waren, werden kostenfrei erstattet. Die Bahn nannte den Warnstreik unverständlich, weil über das jüngste Angebot noch gar nicht verhandelt worden sei. Es sieht in einem ersten Schritt 2,4 Prozent mehr Geld in diesem Jahr vor und weitere 2,0 Prozent im nächsten Jahr sowie eine Einmalzahlung von 400 Euro. Die EVG fordert dagegen 6,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Tarifgespräche sollen heute weitergeführt werden.

Die Gewerkschaft wandte sich auch gegen Sonderregeln für Angestellte der Dienstleistungstochter DB Services. Diese sollten nach dem Bahn-Vorschlag nur die Hälfte der Einkommenserhöhung bekommen. Die andere Hälfte sollte den Reinigungs- und Sicherheitskräften über eine höhere Eingruppierung zugutekommen. Die EVG hat Zweifel, dass die Beschäftigten am Ende tatsächlich das volle Lohnplus erhalten.

Die Bahn stellte klar, dass auch Reinigungskräfte und Sicherheitsleute die Lohnerhöhung in vollem Umfang erhalten sollen.

Die Warnstreiks hatten Montagmorgen begonnen und dauerten bis 8.00 Uhr, in den Werkstätten Mannheim und Braunschweig bis 9.00 Uhr. „Die während des Streiks aufgebauten Verspätungen lassen sich nur schrittweise abbauen“, teilte die Bahn mit. Man hatte zusätzliches Personal eingesetzt, um Betriebszentralen zu verstärken und Reisende zu informieren.

OZ

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