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Weinlese beginnt schon in der neuen Woche

Pfalz macht den Aufschlag Weinlese beginnt schon in der neuen Woche

In der Pfalz bereiten sich die Winzer auf die Lese der Rebsorten Solaris und Ortega vor. Die erste Ernte wird zu Federweißem. Der neue Wein kann einen Vorgeschmack auf die 2017er Qualität geben.

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Trauben der frühreifen Sorte „Solaris“. Die Weinlese steht unmittelbar bevor.

Quelle: Uwe Anspach/archiv

Mainz. Trotz einiger Widrigkeiten beim Wetter sehen die deutschen Winzer der Weinlese zuversichtlich entgegen. Die ersten Trauben werden voraussichtlich schon Mitte der neuen Woche geerntet, wie Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut in Bodenheim bei Mainz mitteilte.

Die klimatisch begünstigte Pfalz ist das dritte Jahr in Folge das Anbaugebiet mit dem frühesten Lesebeginn in Deutschland.

„Die Trauben sind schon so weit, dass die Wespen kommen und an den Beeren naschen“, sagte Büscher. Auch in Baden werde es wohl schon in dieser Woche losgehen.

Die Weinlese beginnt diesmal besonders früh. „Das ist der Vorteil der warmen Witterung“, sagte Bastian Klohr bei der Winzergenossenschaft Weinbiet in Neustadt an der Weinstraße. „Im Vergleich zu 2016 sind wir ein bis zwei Wochen früher dran.“ Die frühen Termine seien inzwischen alle drei bis vier Jahre zu beobachten, erklärte Büscher. Im vergangenen Jahr war es der 22. August. In den Jahren 2007, 2011 und 2014 - damals in Rheinhessen - ging es bereits am 8. August los.

Geerntet werden zunächst die frühreifen Rebsorten Solaris und Ortega, die für Federweißen - also neuen Wein - verwendet werden. Die Trauben haben bereits so hohe Mostgewichte, „dass man sie reinholen muss“, erklärte Büscher. Wenn sie zu süß werden, sind sie für die Federweißer-Produktion nicht mehr geeignet, weil dann nach der Umwandlung von Fruchtzucker der Alkoholgehalt zu hoch ist.

Die Hauptlese beginnt erst im September, Anfang des Monats mit der Rebsorte Müller-Thurgau, Ende des Monats folgt dann der Riesling. Dies ist die Haupterntezeit für alle Weinanbaugebiete in Deutschland.

In Franken fängt die Lese tendenziell etwas später an als in Rheinland-Pfalz, im Rheingau oder in Baden. Die Winzer im nördlichen Weinanbaugebiet Saale-Unstrut profitieren in diesem Jahr davon, dass sie vom späten Frost im April verschont blieben. „Dort rechnen die Winzer mit einem guten Ertrag und guten Qualitäten“, sagte Büscher. „Sie schauen sehr zuversichtlich auf den Jahrgang 2017.“

Für die Qualität werden die nächsten fünf bis sechs Wochen entscheidend sein. Die Startvoraussetzungen seien nach den Regenfällen der vergangenen Tage sehr gut, erklärte Jürgen Oberhofer vom Institut für Weinbau und Önologie in Neustadt. „Jetzt wünschen wir uns trockenes, sommerliches Wetter. Es muss nicht heiß werden, der typische Altweibersommer reicht uns.“

Oberhofer erwartet für die Weinlese in der Pfalz eine leicht unterdurchschnittliche Menge, aber „die Marktbelieferung ist aus heutiger Sicht gesichert“. Im Südwesten hat der schwere Spätfrost im April Schäden in den Weinbergen verursacht, weil die Reben nach einem sehr milden März schon außergewöhnlich früh Anfang April austrieben. Danach sei es auch zu einer sehr frühen Blüte Anfang Mai gekommen, sagte Büscher. „Und 100 Tage nach der Blüte haben die Trauben die Lesereife erreicht.“

In der Winzergenossenschaft Weinbiet in Neustadt beginnt die Lese von Solaris- und Ortega-Trauben am 21. August. „Das wird dann der erste Ausblick auf den Jahrgang“, sagt Klohr. „Wenn der Federweiße schmeckt, kann der neue Jahrgang nicht ganz schlecht werden.“

Zwar seien die Beeren nach der Trockenheit im Juni erst ziemlich klein gewesen. Aber jetzt hätten sie mit dem Regen aufgeholt, „so dass wir einen guten Herbst erwarten“. Auch wenn die Erntemenge eher unterdurchschnittlich ausfallen werde, spreche vieles für einen guten Jahrgang. Ausgeschenkt wird der erste Federweißer in Neustadt voraussichtlich am 26. August.

dpa

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