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Weitere scharfe Anhörung für GM-Chefin Barra

Washington Weitere scharfe Anhörung für GM-Chefin Barra

Nach der ersten unangenehmen Fragerunde im US-Abgeordnetenhaus hat sich GM-Konzernchefin Mary Barra einer weiteren scharfen Anhörung im Kongress gestellt.

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Mary Barra sitzt auf dem heißen Stuhl. Nachdem US-Abgeordnete sie zum Millionen-Rückruf bei General Motors ausfragten, nahm sie nun auch der Senat in die Zange. Foto: Michael Reynolds

Washington. Nach der ersten unangenehmen Fragerunde im US-Abgeordnetenhaus hat sich GM-Konzernchefin Mary Barra einer weiteren scharfen Anhörung im Kongress gestellt.

Auch dem Ausschuss im Senat lieferte sie am Mittwoch keine Erklärung, warum der tödlichen Pannenserie bei dem größten Autobauer der USA über Jahre nicht nachgegangen wurde. Erst der für Mitte oder Ende Mai erwartete interne Bericht der Opel-Mutter werde Klarheit schaffen, sagte Barra.

Die seit Januar amtierende Chefin von General Motors wirkte ruhiger und konzentrierter als am Vortag, obwohl erneut schwere Vorwürfe gegen den Konzern im Raum standen. „Ich halte es für unwiderlegbar, dass GM von diesem Sicherheitsmangel wusste, versäumte, ihn zu korrigieren (...) und ihn dann vor den Gerichten der Vereinigten Staaten verheimlichte“, sagte Senator Richard Blumenthal. Die Vorsitzende des Ausschusses, Claire McCaskill, sprach von einer „Kultur der Vertuschung“.

Für mindestens 13 Tote und 31 Unfälle muss sich der Konzern verantworten, weil fehlerhafte Zündschlösser bei den zumeist in den USA und Kanada verkauften Autos verbaut wurden. Die Folge: Airbag, Servolenkung und Bremskraftverstärker konnten versagen, wenn der Schlüssel in dem zu schwach eingestellten Schloss in die Aus-Position sprang, etwa auf holprigen Straßen oder wegen zu schwerer Schlüsselanhänger.

Nach einem ersten Rückruf nach Barras Amtsantritt schloss GM bald weitere Wagen ein. Mittlerweile sind knapp 2,6 Millionen Fahrzeuge betroffen, davon wenige tausend verwandte Exemplare des Opel GT Roadster in Deutschland.

Besonders fragwürdig scheint, dass im Jahr 2006 ein überarbeitetes Zündschloss verbaut wurde, das dieselbe Teilnummer behielt wie sein fehlerhafter Vorgänger. Barra bezeichnete dies als „inakzeptabel“, während Senatorin Kelly Ayotte von „Täuschung“ sprach. „Ich denke, das ist mehr als inakzeptabel. Das ist kriminell.“ Das US-Justizministerium ermittelt bereits, ob der Konzern möglicherweise bewusst Informationen über den Defekt zurückhielt.

Barra verwies erneut auf die Ermittlungen des von GM engagierten Anwalts Anton Valukas. Er habe freie Hand, den Tatsachen zu folgen, unabhängig vom Ausgang seiner Untersuchungen. „Fakten werden Fakten sein“, sagte Barra. „Sobald sie vorliegen, werden mein Führungsteam und ich sicherstellen, dass so etwas nicht noch einmal passiert.“

Die seit 33 Jahren bei GM tätige Barra beharrte darauf, von der jahrelangen Pannenserie erst am 31. Januar erfahren zu haben, kurz bevor der Konzern die ersten Fahrzeuge zurückrief. „Sie sind für dieses Unternehmen eine sehr wichtige Person. Etwas ist sehr seltsam, dass solch ein Top-Angestellter nichts weiß“, sagte Senatorin Barbara Boxer. Später fügte sie hinzu: „Sie wissen gar nichts über irgendetwas.“

In der ersten Befragung im Repräsentantenhaus hatte sich die GM-Chefin bei den Betroffenen entschuldigt und sich „zutiefst betrübt“ gezeigt. Um Entschädigungen für Opfer und Hinterbliebene soll sich Anwalt Kenneth Feinberg kümmern, der diese Aufgabe schon nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 übernahm.



dpa

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