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Wirtschaft Weniger Aktionäre in Deutschland trotz Zinstiefs
Nachrichten Wirtschaft Weniger Aktionäre in Deutschland trotz Zinstiefs
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11:02 14.02.2017
Blick in den Handelssaal der Börse in Frankfurt. Quelle: Frank Rumpenhorst/archiv
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Frankfurt/Main

Die Zahl der Aktionäre in Deutschland ist trotz anhaltender Niedrigzinsen wieder leicht gesunken. Knapp 8,98 Millionen Menschen besaßen im vergangenen Jahr Aktien und/oder Anteile an Aktienfonds, wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) in Frankfurt mitteilte.

Das waren 30 000 weniger als ein Jahr zuvor, als dank eines kräftigen Zuwachses mit fast 9,01 Millionen der höchste Stand seit 2012 erreicht worden war.

Die meisten Deutschen machen nach wie vor einen weiten Bogen um die Börse - obwohl beliebte Sparprodukte wie Sparbuch oder Tagesgeld kaum noch Zinsen abwerfen. Nur jeder siebte Bundesbürger steckt nach den aktuellen Zahlen des Aktieninstituts direkt oder indirekt Geld in Aktien. Der Anteil der Aktionäre an der Bevölkerung über 14 Jahre blieb mit 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr stabil.

„Viel zu wenige Deutsche nutzen die Chancen der Aktienanlage für Vermögensaufbau und Altersvorsorge“, konstatiert das DAI. Dennoch gebe es auch ermutigende Anzeichen: Nach Bundesbank-Zahlen kauften die privaten Haushalte in Deutschland bis zum Ende des dritten Quartals 2016 per Saldo börsennotierte Aktien im Wert von 14,5 Milliarden Euro. Tendenziell hätten zwar vor allem diejenigen investiert, die bereits zuvor Aktien besaßen. „Dennoch ist die Entwicklung im Jahr 2016 ein gutes Zeichen für die Aktienkultur“, schreibt das Aktieninstitut.

Als positiv wertet das Aktieninstitut zudem, dass im zweiten Jahr in Folge die Zahl der Aktionäre in der Altersklasse der 14- bis 39-Jährigen leicht zunahm: um plus 87 000 auf gut 1,95 Millionen. Die jüngere Generation muss angesichts sinkender gesetzlicher Renten stärker privat fürs Alter vorsorgen.

Von deutlich zweistelligen Aktionärsquoten wie in anderen Industrienationen ist Deutschland allerdings nach wie vor weit entfernt. Auch der Höchststand aus Zeiten des Börsenbooms um die Jahrtausendwende ist kaum greifbar: Im Jahr 2001 war die Zahl der Aktienanleger in Deutschland auf fast 13 Millionen hoch geschnellt. Die damalige Euphorie kippte jedoch bald: Der Absturz der „Volksaktie“ Telekom und das Platzen der New-Economy-Blase am Neuen Markt um die Jahrtausendwende verschreckten viele Kleinanleger nachhaltig.

dpa

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