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Weniger Firmen in MV gehen pleite

Rostock Weniger Firmen in MV gehen pleite

Grund ist stabile wirtschaftliche Entwicklung / Auch Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist rückläufig

Rostock. German Pellets, Störzucht in Demmin, Intensivpflegedienst Norddeutschland – prominente Beispiele für Firmen aus dem Nordosten, die in diesem Jahr in die Pleite gerutscht sind. Insgesamt ist die Zahl der Unternehmens-Insolvenzen, nach leichtem Anstieg im vergangenen Jahr, aber weiter gesunken – und zwar auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren. Die „gute wirtschaftliche Entwicklung“ in Mecklenburg-Vorpommern nennt der Pressesprecher bei Creditreform MV, Pascal Hunkel, als Grund für die Entwicklung.

In diesem Jahr mussten nach Angaben von Creditreform im Nordosten 300 Firmen Insolvenz anmelden, im Jahr 2015 waren es noch 323 gewesen (minus sieben Prozent). Vor gut zehn Jahren war die Zahl der Unternehmenspleiten in MV nach Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise auf mehr als 500 in die Höhe geschnellt. Auch bundesweit meldete Creditreform gestern einen Rückgang der Firmeninsolvenzen um 6,4 Prozent auf 21700. Die Wirtschaftsauskunftei erklärt dies mit einer stabilen Konjunktur und der guten Finanzierungssituation.

In MV hätten gestiegene Einkommen „für mehr Kauflaune und damit für eine ausgesprochen gute Binnenkonjunktur“ gesorgt, erklärt der Sprecher der Vereinigung der Unternehmensverbände MV, Jens Matschenz. Zudem seien die Exportzahlen gewachsen. Und der fürs Land wichtige Tourismussektor floriere: „Weniger Unternehmensinsolvenzen in der Risikobranche der Gaststätten und Imbissstuben waren die Folge.“

Ob die positive Entwicklung anhält, bleibe abzuwarten, schränkt Matschenz ein. So machten „die unsichere politische Weltlage und weiter steigender Kostendruck“ etwa der Metall- und Elektrobranche zu schaffen. Zudem gebe es „immer mehr Einschränkungen seitens der Politik, wie etwa bei den Werkverträgen, der Regulierung der Zeitarbeit und durch ein Entgeltgleichheitsgesetz“. Hier seien Entlastungen nötig, um das Insolvenzrisiko gering zu halten.

Eine spektakuläre Pleite legte der Brennstoffhersteller German Pellets im Februar hin. Anleger verloren dabei den Großteil ihres Geldes. Viele Beschäftigte wurden arbeitslos. In dem verkauften Wismarer Werk werden inzwischen aber wieder Pellets produziert. Auch die Pleite der Hamburger Holding KTG Agrar SE hatte Auswirkungen auf die Wirtschaft im Nordosten. So mussten die Tochterfirmen Ölmühle NOA Naturöl Anklam sowie die Biogasanlage in Dersewitz bei Anklam Insolvenz beantragen. In die Schieflage rutschte ebenfalls der Intensivpflegedienst Norddeutschland mit rund 150 Beschäftigten und Hauptsitz in Rostock. Und ihr vorläufiges Ende fand beispielsweise die einst mit großem Aufsehen gestartete Störzucht von Russian Sturgeon in Demmin.

Dank der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt sank auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen in MV um 4,5 Prozent auf 2240 Fälle. „Ein fester Arbeitsplatz ist der Garant dafür, dass letztlich eine Privatinsolvenz vermieden werden kann“, sagt Creditreform-Hauptgeschäftsführer Volker Ulbricht.

Axel Meyer

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